Arzt

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Gestartet ist Heinrich als Wissenschaftsjournalist und sein Thema war die Gesundheitspolitik. Schon im Medizinstudium ist ihm klargeworden: „Krankheit ist ohne Politik nicht heilbar!“ Man wurde aufmerksam auf ihn und holte ihn als gesundheitspolitischen Ratgeber in die Politik. Dann kam ein Karrieresprung, für ein paar Jahre wurde er auf eine leitende Stelle ins Gesundheitsministerium berufen.

Die ganze Zeit aber war er Kirchenältester und hat auch Kirchenpolitik gemacht. Dabei hatte er vor allem die Menschen vor der Kirchentür im Blick. Wie leben sie, was brauchen sie, was können wir von ihnen lernen? Leben kann nur in der Vernetzung gelingen.

 

Seine Karriere war so steil, dass er nicht dazu kam, nach der Promotion auch noch die Facharztprüfung abzulegen. Diese Phase kommt erst jetzt, nachdem er die Politik wieder verlassen hat. Jetzt, mit Anfang fünfzig, macht er die Prüfung zum Facharzt für Allgemeinmedizin und überlegt, eine Stelle irgendwo auf dem Land anzutreten, da, wo die Ärztenot besonders groß ist.

Das klingt fast nach dem Lebenslauf eines Aussteigers, aber so ist es nicht. Heinrich hat Medizin studiert, um Arzt zu werden. Menschen helfen, einen Schmerz aus der Welt schaffen, die Welt ein wenig besser machen, dafür hat er sich entschieden.

 

Dabei waren die Ausflüge in den Journalismus und die Politik spannende, herausfordernde Zwischenstationen. Die haben ihn in manchen Ansichten demütig gemacht, aber sie haben ihn nicht von dem trennen können, was sein eigentliches Ziel war: Als Hausarzt für Menschen da zu sein.

Arzt zu sein, das ist für Heinrich das Größte. Dass dabei die Bedingungen stimmen, dafür hat er geschrieben, dafür hat er Politik gemacht. Am Ende aber will er seinen Patienten gegenübersitzen, ihre Geschichten hören und ihnen helfen, gesund zu werden.

 

Journalismus und Politik sind das eine, ebenso wichtig sind Heinrich die geistlichen Impulse. Wie hat Jesus das gemacht, wie konnte er Menschen heilen, die als unheilbar galten?

„Willst du überhaupt geheilt werden?“ – Das ist eine Frage, die Jesus stellt und die auch einen heute praktizierenden Arzt ins Grübeln bringen kann.

Denn es gehört durchaus in den ärztlichen Alltag, dass Patienten ambivalent zu ihrem Kranksein stehen. Kranksein ist beschwerlich, erfüllt aber gleichzeitig eine Funktion im Leben eines Menschen. Und es bleibt eine Leerstelle zurück, wenn er geheilt ist. So gibt es nicht selten einen inneren Widerstand, das vertraute System „Krankheit“ zu verlassen. Es braucht Mut, um zu genesen. Das sollten Arzt und Patienten bedenken, rät die Bibel.

 

Mit einer Frage wird Heinrich als Arzt immer wieder konfrontiert: „Warum trifft es gerade mich, was habe ich falsch gemacht, dass ich so gestraft bin?“ Dann erzählt Heinrich manchmal diese Bibelgeschichte: „Jesus wird gefragt, warum ein Mann blind zur Welt gekommen sei, ist es wegen seiner Schuld oder wegen der Schuld seiner Eltern?“ Und Jesus antwortet: „Weder – noch! Nicht er ist schuld und auch die Eltern sind es nicht. Er ist blind, damit ich ihn jetzt gesund mache!“ Und Jesus heilt ihn. Es gibt falsche Fragen, so lehrt die Bibel, und falsch gestellte Fragen können großen Schaden anrichten.

 

Auch dazu ist der Arzt da. Er heilt nicht nur, er hilft manchmal auch, den Weg zur Heilung frei zu machen. Und manchmal ist seine wichtigste Aufgabe, einfach nur zu trösten und aufzuklären, damit jemand sein Leiden nicht noch mit Selbstvorwürfen verschlimmert.

Arzt ist der schönste Beruf, den es gibt, findet Heinrich. Sein Christsein hilft ihm dabei. Aber auch seine Erwartungen an die Politik bleiben groß, denn: „Ohne Politik ist Krankheit auch nicht heilbar!“

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