Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Wort zum Tage

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber wenn gleich mehrere dieser kleinen flotten Flieger wieder auf der Dachrinne unseres Hauses sitzen und lauthals zwitschern, dann weiß ich: Jetzt ist der Sommer wieder da.

Dass sie jedes Jahr wiederkommen, ist allerdings nicht selbstverständlich. Denn diese exzellenten kleinen Flieger, die jährlich bis zu 300.000 km zurücklegen, haben seit dem letzten Herbst einen langen Weg hinter sich: In Afrika haben sie überwintert, zum Beispiel in Ebakken im Südosten Nigerias. Hier treffen sich auch die beiden großen Rauchschwalbenzüge aus Ost- und Westeuropa. Doch die Reise dorthin ist nicht nur weit sondern auch gefährlich. Und auch in Afrika angekommen droht Gefahr, denn in Nigeria werden Schwalben mit großen Netzen gefangen und gegessen.

Die größte Gefahr lauert aber hier bei uns in Europa. Denn durch den massiven Einsatz von Pestiziden verschwinden viele der Insekten, die die Vögel als Nahrung brauchen. Außerdem werden die Nistmöglichkeiten immer weniger, da es kaum noch offene Stallungen gibt. Und viele Leute wollen auch einfach den Dreck nicht, der sich unter den Nestern sammelt und entfernen sie deshalb.

Das alles hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Rauchschwalbenpopulation in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Dass aber, so haben wir als Kirchengemeinde befunden, sollte uns nicht egal sein. Denn die Bibel beauftragt uns nicht nur, die Erde zu bebauen, sondern auch, sie zu bewahren. Das schließt die Schwalben ein und deshalb haben wir reagiert.

Zum einen mit einer Ausstellung. Der Fotograf Karsten Bartel war im Dezember 2015 in Ebakken in Nigeria. Er hat dort die kleine Beringungsstation besucht. Er hat mit den Mitarbeitern gesprochen, die sich dafür einsetzen, dass die Jagd auf die Schwalben eingestellt wird. Und er hat viele eindrückliche Fotos gemacht, von denen wir jetzt einige in unserer Kirche zeigen und so auf diese kleinen Wunder der Schöpfung hinweisen.

Zum zweiten haben wir auf dem Pfarrhof Nisthilfen geschaffen. Und allein im letzten Jahr haben die Schwalben dort sieben Nester gebaut und in allen Nachwuchs großgezogen.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. – Ich denke das ist ein guter Grund, ihnen bei uns Lebensräume zu eröffnen. Damit viele kommen und damit es ein guter Sommer wird. Für die Schwalben – und auch für uns.

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