Gott mehr als den Menschen gehorchen?!

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„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“, heißt es in der Bibel. Dort, in der Apostelgeschichte, wird auch erzählt, wie es zu diesem Satz kommt: Petrus und die anderen Apostel werden verhaftet, weil sie sich dem Predigtverbot des Hohen Rates widersetzt haben. Ein Engel Gottes befreit sie aus dem Gefängnis und befiehlt ihnen, weiterhin im Tempel von Gottes Liebe zu predigen. Als die Jünger daraufhin ein weiteres Mal vom Hohen Rat verhört werden, antwortet Petrus mit diesen Worten: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ – Und er schließt gleich noch eine Predigt über den auferstandenen Jesus an. Das macht die Herren im Rat noch wütender. Das Verhör endet mit dem Beschluss, die Apostel zu töten und sie damit endgültig zum Schweigen zu bringen. (vgl. Apostelgeschichte 5,17-33)

 

Dass Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet werden, war und ist eine schreckliche Realität. Auch der historische Nikolaus, der dem 6. Dezember seinen Namen geliehen hat, wurde als Christ gefangengenommen und gefoltert. Zum Jahresbeginn meldete die Hilfsorganisation OPEN DOORS einen Zuwachs von 100 auf 200 Millionen verfolgte Christen weltweit, vor allem in Nordkorea, Somalia, Afghanistan, Pakistan und im Sudan. Menschen erleiden Gewalt und Tod, weil sie nicht ihren Glauben an Jesus Christus ablegen und zum vorherrschenden Glauben in der Region konvertieren wollen. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ – ist in solch extremen Situationen ein lebensgefährlicher Satz. Aber auch sonst hat er es in sich. Ich frage mich zum Beispiel: Woher will man wissen, auf wessen Seite Gott eigentlich steht? Was schützt einen davor, diesen Satz zum Durchsetzen des eigenen Willens zu missbrauchen?

 

In der biblischen Geschichte tun Petrus und die anderen nur das, was der Auftrag der Kirche zu allen Zeiten war und ist: Sie erzählen den Menschen von ihrem Glauben an Gott. Nur wer Worte der Güte zu sagen hat – wer von der Freiheit durch Glauben, von der Versöhnung von Mensch und Gott durch Jesus Christus, von Vergebung und Frieden spricht, nur der kann sich auf diesen Gehorsam gegenüber Gott berufen. „Worte des Lebens und Friedens“ kann ich nicht mit Gewalt durchsetzen. Selbstgerechtigkeit und Gewalt bleiben eine Versuchung für alle, die um Gottes Wahrheit kämpfen. Interessant ist, wie der Schriftgelehrte Gamaliel in dem überlieferten Prozess reagiert: Er mahnt den Hohen Rat: Wenn diese Apostel hier nur ihr menschliches, eigenes Werk verfolgen, wird es keinen Bestand haben. Aber wenn sie wirklich im Dienst Gottes stehen, wird sie nichts aufhalten können. Die Mitglieder des Hohen Rates ständen dann sogar als Gegner Gottes da. Gamaliel überlässt es der Zeit und dem Inhalt, ob der christliche Glaube sich bewahrheitet. Eine weise Entscheidung, die den Jüngern dann das Leben rettet.

 

Der Gehorsam, das Hören auf Gott – im Gebet, im Gottesdienst, beim Bibellesen, im Gespräch mit anderen – Gott zu gehorchen, bewahrt mich davor, falschen Mächten zu folgen, seien es menschliche Autoritäten oder zerstörerische Gedanken und Impulse bei mir selbst. Gott gebe, dass ich das nicht vergesse.

 

 

Quellen:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-01/open-doors-weltverfolgungsindex-christen-verfolgung-zunahme

 

https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex/weltverfolgungsindex-karte

 

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