Stoppt die Rüstungsexporte

Pastoralreferentin Lissy Eichert

Guten Abend.

Der Kampf um Gut und Böse geht weiter: Beim neuen Star-Wars-Film – im „Krieg der Sterne“, Teil acht  - muss der letzte Jedi-Ritter, ein Kämpfer für das  Gute, die Schurken zur Strecke bringen und das Universum retten. Nach heftigem Gekloppe - auch mit modernen Laser-Schwertern - gewinnen – na klar, die Guten. Das ist der Charme eines Fantasy-Films. In der Wirklichkeit ist das ja nicht immer so.

Vor kurzem hat mich eine Dokumentation in der ARD richtig aufgewühlt: „Bomben für die Welt“. Eine Recherche über den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall und über den Handel mit Waffen. Ohne oder sogar mit Genehmigung der Bundesregierung werden Milliardengewinne mit Kriegswaffen erzielt. Deutschland zählt zu den fünf größten Rüstungsexporteuren der Welt. Im Jemen, wo Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind, fallen Bomben aus deutscher Produktion. Saudi-Arabien und Katar stehen schon lange im Verdacht, den Islamistischen Terror mitzufinanzieren. Deutschland beliefert auch diese Länder mit Waffen. Und von der Türkei aus werden Panzer „Made in Germany“ gegen Kurden eingesetzt. Muss ich das schicksalsergeben hinnehmen, weil: „ist halt so“? ______________________________________________________________

Nein. Muss ich nicht. Aber mich damit beschäftigen, nachdenken, prüfen, was ich tun kann. Weil ich und Sie, wir alle, in Kriege verstrickt sind. Über die Gewinne aus Rüstungsindustrie und –export sind wir mittelbar an den Kriegsfolgen beteiligt. Das ist doch irre!

Natürlich weiß ich, dass die Vorstellung einer Welt ohne Waffen naiv erscheint. Aber das Problem ist: Waffen schlagen zurück. Jesus ist da ganz deutlich. Bei seiner Gefangennahme, wenige Stunden vor seinem Tod, haut einer seiner Freunde mit dem Schwert einem Soldaten das Ohr ab. Jesus weist das entschieden zurück: „Steck das Schwert weg! Wer das Schwert benutzt, wird durch das Schwert umkommen.“ Freiheit und Frieden werden nicht mit Waffengewalt erreicht. Auch die Demokratie und unsere „westlichen Werte“, von denen wir so gerne reden, lassen sich nicht „herbei bomben“.

„Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.“ Keine Gewalt: Das ist nicht feige, das ist stark. Mahatma Gandhi  hat diesen Satz aus der Bergpredigt bei sich getragen. Und sich kompromisslos für den gewaltfreien Widerstand entschieden.

 

Und bei uns? Damit die deutsche Friedenspolitik wieder an Glaubwürdigkeit gewinnt, braucht es Bürgerinnen und Bürger, die sich überall dort kräftig dagegen stemmen, wo Geld verdient wird, an dem Blut klebt. „Brot statt Bomben für die Welt“. Wird eine neue Bundesregierung zu solchen Schritten bereit sein? 

Es gibt ja schon Verbündete. „Stoppt den Rüstungsexport sofort“, fordern kirchliche Gruppen, Menschenrechts- und Hilfsorganisationen. Es braucht einen massiven gesellschaftlichen Druck, um die Rüstungsspirale zu stoppen. „Selig die Frieden stiften…“

Entscheiden wir uns immer wieder, zum Frieden anzustiften, im Kleinen wie im Großen. Kämpfer für das Gute, wie die Helden bei Star Wars. Nur nicht mit Laser-Schwertern, sondern mit den „Waffen des Lichts“: Dazu gehören Wahrhaftigkeit, weltweite Gerechtigkeit und mehr Menschlichkeit.

Ich wünsche Ihnen einen friedvollen Sonntag.

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27.01.2018 23:35