Karamba Diaby

Bundestagsabgeordneter

Er ist im Senegal aufgewachsen, kam mit Mitte 20 in die ehemalige DDR nach Halle, um Chemie zu studieren und ist bis heute geblieben. Sein
Einzug in den Deutschen Bundestag als erster in Afrika geborene schwarzer Politiker sorgte weltweit für Aufsehen. „Wenn das eine Besonderheit ist, dann ist das ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft“, kritisiert Karamba Diaby. „Wir sind eine Gesellschaft, die geprägt ist durch Zuwanderung.“ Gerade das gefällt Karamba Diaby. „Deutschland ist ein sehr vielfältiges Land“, findet er. Und doch hat der SPD-Politiker aufgrund seiner Hautfarbe immer wieder mit Anfeindungen zu kämpfen. „Ich bin Sozialdemokrat, bin Chemiker, bin Brillenträger, Familienvater, bin Kleingartenfreund – die Hautfarbe als solche sollte nicht in den Mittelpunkt gestellt werden.“

Insbesondere die urdeutschen Schrebergärten mit ihren strengen Regeln und Vorschriften haben es dem Senegalesen angetan. „Wer diese Regeln respektiert, kommt mit seinen Kleingartenfreunden fantastisch klar. Wer die nicht respektiert, kommt in Konflikt mit denen.“ Karamba Diaby kam dort nicht nur gut zurecht, sondern hatte auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kleingärtner. Heute sagt er: „Mein Kontakt zum deutschen Kleingartenwesen hat mir den Weg geebnet, in die Kommunalpolitik zu kommen.“

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