Die Gemeinde

Ulrike Craesmeyer

Viele unserer Gemeindeglieder haben ihre Wurzeln außerhalb von Hürth.  Dass es hier im traditionell katholisch geprägten Umland überhaupt Protestanten gibt, hängt mit dem Krieg zusammen. Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten fanden nach dem Krieg in der hiesigen Industrie Arbeit. Zeitweise war die Luftverschmutzung so hoch, dass ein ganzer Ortsteil in die in dieser Zeit neu entstehende Mitte Hürths umgesiedelt wurde. Ende der 80er siedelten Familien aus der Sowjetunion, sog. Russlanddeutsche, nach Hürth und suchten Heimat in der Heimat ihrer Vorfahren.  Die Nähe zu Köln sorgt dafür, dass in den letzten zehn Jahren viele junge Familien aus Köln hier nach Hürth zogen.

 

Wir haben nicht „die eine Tradition“, vielmehr kommen bei uns viele Traditionen zusammen. Im letzten Gottesdienst habe ich mal gefragt, wer in einer anderen Muttersprache als Deutsch aufgewachsen ist: das war neben Russisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Persisch, Koreanisch,  Ibo und Filipino.

 

Viele Menschen in unserer Gemeinde haben also Abbrüche, den Verlust von Heimat erlebt. Deshalb wollen wir als Gemeinde vor allem das: „Heimat“ sein. „Heimat auf Zeit“ sind wir den Soldatinnen und Soldaten aus „aller Herren Länder“, die hier im nahgelegenen Bundessprachenamt der Bundeswehr Sprachkurse besuchen.

 

Unsere Gemeinde ist aber nicht nur „bunt“, sie ist auch vergleichsweise jung. Zweimal im Monat macht sich eine Vielzahl junger Familien zum Gottesdienst mit Kinderkirche auf. Konfirmandenunterricht gibt’s bei uns neben der 8. auch schon in der 3. Klasse. Und das in gleichbeliebend großen Jahrgängen. Kinder-, Jugend- sowie Erwachsenenfreizeiten bereichern das Gemeindeleben.

 

Schulgottesdienste in fast allen Hürther Schulen begleiten die Schüler und Schülerinnen Hürths unter der Woche. Unsere Frauenhilfen, die Seniorenclubs, unser Besuchsdienst , das gemeindenahe „Netzwerk Löwenzahn“ und die eigens eingerichtete Stelle einer Diakoniehelferin sorgen dafür, dass auch unsere Senioren im Blick bleiben. Außerdem sind wir eine sangesfreudige Gemeinde: ob wöchentlich in der Kita oder im Altersheim, von unserer Kantorei bis zum Sing along am Lagerfeuer beim Familienwochenende – es gibt eigentlich keine Gelegenheit, in der uns die Musik nicht verbindet.