Evangelische Medienpreis-Verleihung

Verleihung des 32. Robert Geisendörfer Preis für Hörfunk- und Fernsehproduktionen am Freitag den 18. September 2015 in Berlin. Im Bild: Alle Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Kinderprogramm mit Mitgliedern der Jury.

Verleihung des 32. Robert Geisendörfer Preis für Hörfunk- und Fernsehproduktionen am Freitag den 18. September 2015 in Berlin. Im Bild: Alle Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Kinderprogramm mit Mitgliedern der Jury. Copyright: Christian-Ditsch.de

Die Preisverleihung fand am 18. September in Berlin beim RBB statt. Dabei begründen die beiden Jurys ihre Entscheidungen. Die ausgezeichneten Programme werden in Ausschnitten vorgeführt.

 

Mit dem Robert Geisendörfer Preis werden jährlich in der Kategorie „Allgemeine Programme“ zwei Fernseh- und zwei Hörfunkproduktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben. Der Kinderfernsehpreis wird von der Wolfgang und Gerda Mann Stiftung – Medien für Kinder und der Evangelischen Akademie Tutzing gestiftet. An dem Wettbewerb beteiligen sich öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter. Ausgezeichnet werden Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen.

Die Jury „Allgemeine Programme“ des Robert Geisendörfer Preises unter Leitung des Vorsitzenden, Landesbischof i. R. Dr. Ulrich Fischer, zeichnet folgende Produktionen aus:

 

Hörfunk


Nicht genug
An Chris Ohnemus (Buch) und Martin Zylka (Regie)
SR 2014, Hörspiel, verantwortl. Redakteurin: Anette Kührmeyer; Koproduktion: RB, Holger Rink.
Begründung der Jury:
Der Vater stirbt, die Tochter reist quer durch Deutschland zu ihm ans Sterbebett, um dann festzustellen, sie habe nicht genug Lebenszeit mit ihm verbracht. Das Hörspiel hat den Mut, uns am Radio mit auf die letzte Reise zu nehmen – erzählerisch, klanglich und musikalisch überzeugend.

Grandhotel für Alle!
An Marianne Weil (Buch und Regie)
Deutschlanradio Kultur 2014, Redaktion: Hörspiel/Produktion Wort, verantwortl. Redakteur: Ingo Kottkamp.
Begründung der Jury:
Die Autorin, mehrfach als „Hotelgast ohne Asyl“ in der Flüchtlingsinitiative Cosmopolis, montiert ihr rhythmisch feinfühlig komponiertes Feature chronologisch: Von der euphorischen Bauphase der Unterkunft über den ermüdenden Behördenkampf bis zur Ernüchterung, nachdem eine Gastfamilie abgeschoben wurde.

Fernsehen


Sterben für Allah? Deutsche Gotteskrieger auf dem Weg nach Syrien
An Peter Gerhardt, Ilyas Mec und Ahmet Senyurt (Buch und Regie)
HR 2014, Redaktion: FS-Politik und Gesellschaft, verantwortl. Redakteurin: Julia Klüssendorf; Koproduktion: BR, Stefan Meining; SWR.
Begründung der Jury:
Für den Schüler Enis geht es um Sieg oder Tod. Er siegt nicht, er stirbt – als „Gotteskrieger“ in Syrien. Die Filmemacher begeben sich auf eine akribische Spurensuche und zeigen mit ihren gründlichen Recherchen, welche drängende Herausforderung die Radikalisierung junger Muslime ist.

Unsere Mütter, unsere Großmütter im 2. Weltkrieg
An Julia Driesen-Rosenberg und Amrei Topcu (Buch und Regie).
VOX 2014, Redaktion: Programmentwicklung/Unterhaltung, verantwortl. Redakteurin: Iris Patzner-Fuhrmann; Produktion: Spiegel TV/Michael Kloft; dtcp, Hamburg.
Begründung der Jury:
75 Jahre nach Kriegsanfang nimmt sich VOX einen ganzen Fernsehabend der Frage an, welche Rolle die Frauen im Dritten Reich spielten. Die Dokumentation fächert Lebensmodelle und Leidenswege behutsam auf und vergegenwärtigt das Lebensgefühl der Zeit mit beeindruckenden Gesprächspartnerinnen und zum Teil wenig bekanntem Archivmaterial.

Kinderfernsehpreis

Die Jury „Kinderprogramme“ des Robert Geisendörfer Preises verleiht unter Leitung des Vorsitzenden, Pfarrer Bernd Merz, folgende Preise:

Mohammed auf der Flucht (Aus der Reihe: Schau in meine Welt!)
An Guido Holz (Buch und Regie) und Eva-Maria Grewenig (Kamera und Schnitt)
MDR 2014, Redaktion: Kinder/Soziales, verantwortl. Redakteurin: Anke Gerstel, Produktion: timeline film & tv, Frankfurt.
Begründung der Jury:
Das Porträt des traumatisierten Titelhelden ist von beklemmender Aktualität und vermittelt gerade in Zeiten wachsender Fremdenfurcht nachhaltig, was es heißt, Flüchtling aus einem Kriegsgebiet zu sein.

Die Sendung mit dem Elefanten: Freundschaftsspecial
An Heike Sistig (verantwortl. Redakteurin), stv. für das Team.
WDR 2014, Redaktion: PG Kinder und Familie, Produktion: Flachbild, Trickstudio Lutterbeck, Köln.
Begründung der Jury:
Die Lach- und Sachgeschichten stellen eine ausgesprochen gelungene Mischung aus unterschiedlichsten Beiträgen dar und vermitteln auf zauberhaft beiläufige Weise, was Freundschaft ist.

Der Sonderpreis der Jury 2015


für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen geht an
Jürgen Domian (Moderator von „Domian“, 1LIVE und WDR Fernsehen)
Begründung der Jury:

Sonderpreisträger des 32. Robert Geisendörfer Preis für Hörfunk- und Fernsehproduktionen
Jürgen Domian ist Gastgeber der bimedialen Call-in-Sendung „Domian“. Die Bandbreite seiner Gesprächsthemen ist groß, und der Gastgeber ist sich stets bewusst, dass das Besprochene für sein Radio- und Fernsehpublikum auch unterhaltend sein muss. Wer das am anderen Ende der Leitung im Eifer des Gefechts vergisst, wird von Domian sanft darauf hingewiesen. Tabulose Offenheit ist in dieser Sendung von großer Wichtigkeit, wobei Jürgen Domian klar Stellung bezieht, wenn er die Meinungen seiner Hörer nicht teilt. So gibt er allen eine Stimme, ohne seine eigene aufzugeben.

Jürgen Domian nimmt die Auszeichnung persönlich in Empfang. Pastorin Andrea Schneider, Rundfunkbeauftragte der evangelischen Freikirchen, wird die Laudatio halten.

 

Die Preise sind insgesamt mit 30.000 Euro dotiert, der Sonderpreis ist undotiert.

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