Privat/ Peter Bongard

Die Stiftskirche bildet einen optischen Mittelpunkt im kleinen Westerwälder Ort Gemünden, man sieht sie schon von Weitem, auf der Fahrt durch den Ort, empfängt sie Durchreisende und Eiheimische am Straßenrand. Von außen schlicht überrascht sie beim Eintreten durch den hohen Raum, die drei Schiffe, das warme Licht – den Eindruck von weitem Raum und Geborgenheit gleichzeitig.

Geht man langsam durch den Mittelgang der bestuhlten Kirche mit ihren deutlichen romanischen Spuren, fokussiert sich der Blick schon bald auf den Altar, der in Gold und klaren Linien am Übergang zwischen Absiss und Kirchenraum steht. Er vergoldet und erdet den Raum – Symbol für die Anwesenheit Gottes mitten unter den Menschen. Das integrierte Taufbecken rundet diesen Eindruck ab.

 

Die Stiftskirche war ursprünglich Teil des Stifts Gemünden, das eine gewichtige Rolle bei der Christianisierung des Westerwalds spielte und wurde am Ende des 9. Jahrhunderts erbaut.

Seit den 1560er Jahren werden hier evangelische Gottesdienste gefeiert und sie ist heute Gemeindekirche der Ev. Kirchengemeinde "Wäller Land" Westerwald. Der fast 35 m hohe Turm erhebt sich über dem Seitenschiff der Nordwestseite, der Chorraum bildet den Abschluss gen Osten. Der Bau ist 33 Meter lang und 16,4 Meter breit.

Die Orgel stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde von Orgelbauer Johann Wilhelm Schöler gebaut. Sie ist im Laufe der Jahrhunderte mehrfach repariert worden, aber im Wesentlichen erhalten geblieben. Das Instrument mit 1279 Orgelpfeifen verfügt über 22 Register auf zwei Manualen und Pedal.