Schon seit 1914 ist das Gelände der heutigen Kirche "La Porciúncula" und des dazugehörigen Klosters im Besitz des Franziskaner-Ordens. Verantwortlich für den Bau der Kirche von 1964 bis 1968 war der mallorquinische Architekt Josep Ferragut, der unter anderem auch das bekannte "Gesa-Gebäude" – ehemaliger Sitz des Energielieferanten - an der Bucht von Palma entworfen hat, das heute unter Denkmalschutz steht. Mit der ovalen Konstruktion der Franziskanerkirche schuf Josep Ferragut damals einen innovativen Kirchenbau. Die Struktur aus Stahlbeton und Eisenrahmen wirkt von außen schlicht, der Innenraum gilt aber neben der Kathedrale als eine der schönsten Kirchenschiffe der Insel. Der Raum präsentiert rundherum 39 farbige Glasfenster, die die Kirche so besonders machen und dem Bau den Beinamen "Kristallkirche" gab. Auf insgesamt 600 Quadratmetern gestaltete der Künstler Juan Bautista Castro verschiedene Szenen aus dem Leben Christi und anderer Heiliger sowie bekannte Franziskaner-Motive, die bei Sonnenschein die Kirche in ein buntes Lichtermeer tauchen.
Heute dient La Porciúncula weiterhin als katholische Kirche und Pfarrkirche, in der regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden und in der auch die deutschsprachige evangelische Gemeinde auf Mallorca oft zu Gast ist.