ARD / Das Erste sendet zum Auftakt des neuen Kirchenjahres am 1. Adventssonntag traditionell die Übertragung des Festgottesdienstes zur Eröffnung der Aktion "Brot für die Welt". In diesem Jahr aus der Stadtkirche in Karlsruhe-Durlach.
Die Aktion steht in diesem Jahr unter dem Motto "Kraft zum Leben schöpfen". Die Bischöfin der evangelischen Landeskirche in Baden, Prof. Dr. Heike Springhart, und die Präsidentin von "Brot für die Welt", Dr. Dagmar Pruin, sowie Gäste und Mitarbeiter der evangelischen Hilfsaktion gestalten die Liturgie. Musiker und Chöre der Stadtkirchen-Gemeinde Durlach begleiten den Gottesdienst, die musikalische Leitung hat Bezirkskantor Johannes Blomenkamp.
Predigt lesen:
Predigt über Amos 5,24
Teil 1 von Dr. Dagmar Pruin
Präsidentin von Brot für die Welt
"Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach" – ein Vers aus dem Buch des Propheten Amos ist der Predigttext für den heutigen Adventssonntag. Ein Vers, auf den ersten Blick so klar wie eine Quelle, aber schon im nächsten Moment werden wir hineingezogen in einen wahren Bedeutungswirbel.
"Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach". Wenn Amos hier Recht und Gerechtigkeit mit dem Bild eines Baches beschreibt, der nie versiegen wird, dann ist das vielleicht das stärkste Bild überhaupt, das der Prophet, der im Hauptberuf ein Viehzüchter war, gebrauchen kann. Ich selbst bin im Norden, in Ostfriesland mit seinen vielen viel zu nassen Sommern aufgewachsen. Erst als ich zum ersten Mal im Studium die Heimat des Amos, die israelische Wüste - ausgerechnet im Sommer! - bereisen durfte, habe ich überhaupt verstehen können, wie gefährlich, wie unmöglich das Leben ohne Wasser dort ist. Ein Bach, der nie versiegen wird, auch nicht in den heißesten Sommermonaten – das ist die ultimative Lebensrettung für Mensch und Vieh und für alles, was lebt.
Viele kraftvolle und zornige Worte können wir bei Amos lesen. Immer wieder prangert er die Oberschicht seiner Zeit an. Amos konnte nicht mit ansehen, wie arm und ausgegrenzt die meisten Menschen damals leben mussten. Wie sehr sie litten unter Gewalt, Unterdrückung und Korruption. Sie waren doch alle Gottes Volk, Gott hatte sie doch alle zusammen aus Ägypten befreit!
Und nun gab es auch in unter ihnen Menschen, die sich hemmungslos an den Schwächeren bereicherten? Warum um Himmels willen taten die Menschen seines Volkes sich so etwas gegenseitig an?
"Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach". Amos, der Viehzüchter und Prophet, war ein kluger und gebildeter Mann. Seine Vorstellung von Gerechtigkeit, wie er sie hier den Verhältnissen seiner Zeit entgegenruft, stammt ursprünglich aus dem benachbarten Ägypten. Dort stellt die Ma‘at, die Gerechtigkeit, eine von Gottheiten gegründete und verfügte Ordnung dar.
Sie durchwaltet die Welt. Diese göttliche Ordnung füllen Menschen mit Leben, füllen sie mit Handeln. Erst dadurch wird die Gerechtigkeit wirksam – sie ist ein Beziehungsgeschehen.
Diese Vorstellung nehmen die biblischen Texte auf. Gott ruft die Menschen dazu auf, die von ihm gewollte Gerechtigkeit mit Leben zu füllen. Diese Gerechtigkeit muss nicht von Menschen hergestellt werden – sie ist da, sie ist verfügbar! - und kann deshalb von den Menschen gelebt werden. Gott fordert von dem Menschen keinen blinden Gehorsam, sondern er ruft in eine Beziehung, eine Beziehung zwischen Gott und Menschen – und zwischen Mensch und Mensch. Und in diesen Beziehungen verwirklicht sich ein gerechtes Leben. Amos ist sich sicher: auch wenn die ungerechten Verhältnisse unveränderbar scheinen, so ist doch ein anderes Leben möglich. Die Gerechtigkeit wird niemals versiegen, solange es Menschen gibt.
Gott sehnt sich nach uns Menschen, er ruft uns. Mit seinen Worten und Geboten wirbt er sehnsüchtig um uns. Was wir einander tun, tun wir auch ihm. Diese Quintessenz der prophetischen Botschaft wird wohl an keiner anderen Stelle so berührend formuliert wie in der Regel des Heiligen Benedikt.
Dort heißt es: "Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?‘ Wenn du das hörst und antwortest: ‚Ich‘, dann sagt Gott zu dir: ‚Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach! Wenn ihr das tut, blicken meine Augen auf euch, und meine Ohren hören auf eure Gebete; und noch bevor ihr zu mir ruft, sage ich euch: Seht, ich bin da".
Teil 2 von Reverend James Bhagwan
Vorsitzender der Pazifischen Konferenz der Kirchen
Sisters and brothers, when Amos draws a river across dry ground, Pacific communities hear it personally. Water gives life and now often brings danger. The ocean that feeds us also floods homes; plastic and geopolitical militarization choke an ocean of peace, and storms grow stronger; rivers once used for baptism are polluted or shrinking. When a river is blocked, everything downstream suffers.
Amos chooses water because all can understand it. Justice is not to be measured in drops. It must flow—steady, nourishing, unstoppable. Cornel West says: "Justice is what love looks like in public." Then God calls us to let public love move like water: crossing borders, changing habits and policies, opening channels where the ground is hard. We cannot hold back the tide; nor may we hold back justice with fear or comfort.
In Scripture, righteousness is relational: right with God, neighbor, creation, and ourselves. Amos’ call is not endless guilt but an invitation to God’s rhythm. Let worship and decisions belong to one story—prayers, budgets, energy choices, and liturgies pointing toward the public shape of God’s mercy.
When families in Tuvalu, Kiribati, or Papua New Guinea lose land to rising seas or extractive industries, it is a wound in Christ’s body. Charity after disaster matters; justice goes further—cut emissions at the source, lift debts that suffocate services, stop investments that destroy forests, rivers, and reefs, and protect women and children from violence that accompanies extraction and displacement.
The waters of Amos, the Pacific Ocean, and the rivers that sustain Europe reveal either our greed or our conversion. We bless water in baptism; we cannot accept its poisoning for profit. Let justice shape our economies—regenerating agriculture, healing energy, sustainable fisheries, breathable cities.
Advent rebukes the lie of powerlessness. Hope begins small—a village on the edge of empire, a young woman’s "yes," a promised child, a voice in the wilderness. God entrusts the future to ordinary people who live as if another way is possible.
So today, two clear steps. First, give generously to "Brot für die Welt" so lives are rebuilt, land defended, and futures secured. Second, help keep open the space that makes this work possible in Germany: protect a strong civil society; support stable budgets for international cooperation and climate finance; insist on policies that respect human rights and creation; safeguard the freedom of churches and NGOs to advocate; take part in public life—and choose fair, climate-responsible consumption. Thus we not only fund the work of justice; we keep open the channels through which justice can flow.
Advent is hopeful anticipation—joy and peace as the fruit of justice. Each candle is a sign against despair, asking: will we open a channel for the river, or build another barrier of indifference?
Christ comes as God’s justice in human form, God’s river of mercy in a child’s vulnerability. May he find not a barrier but an open riverbed—communities ready to carry life downstream all year.
Übersetzung des Predigtteils von Reverend James Bhagwan
Liebe Schwestern und Brüder,
wenn Amos uns das Bild von einem Fluss entwirft, der über trockenen Boden fließt, dann verstehen die Gemeinden im Pazifikraum seine Worte, als wären sie ganz persönlich an sie gerichtet. Wasser schenkt Leben, bringt aber zunehmend auch Gefahren mit sich. Der Ozean, der uns ernährt, überschwemmt eben auch Häuser. Plastikmüll und weltweite Aufrüstung ersticken, was einmal ein friedlicher Ozean gewesen ist, und Stürme wüten immer stärker. Flüsse, die einst für Taufen genutzt wurden, sind verschmutzt oder führen kaum noch Wasser. Wenn ein Fluss gestaut wird, leidet alles, was flussabwärts liegt.
Amos wählt das Bild des Wassers, weil wir alle es verstehen können. Gerechtigkeit lässt sich nicht tröpfchenweise messen. Sie muss fließen – stetig, lebensspendend, unaufhaltsam. Der Theologe Cornel West sagt: "Gerechtigkeit ist die öffentliche Seite der Liebe." Und Gott ruft uns dazu auf, in der Öffentlichkeit Liebe wie Wasser fließen zu lassen: sie soll Grenzen überschreiten, Gewohnheiten und Vorschriften ändern, Wege öffnen, wo der Boden noch nicht bereitet ist. Wir können die Flut nach der Ebbe nicht aufhalten; und ebenso wenig dürfen wir aus Angst oder Bequemlichkeit die Gerechtigkeit aufhalten.
In der Heiligen Schrift ist das Recht ein Beziehungsgeschehen: zwischen Gott, den Nächsten, der Schöpfung und uns selbst.
Der Ruf des Propheten Amos legt uns nicht für immer auf unsere Schuld fest, sondern lädt uns ein, uns dem Rhythmus zu überlassen, den Gott der Welt eingeschrieben hat. Unser Gebet und unsere Entscheidungen sollen wie zwei Seiten einer Medaille sein. Es gehört alles zusammen: Gebete, Finanz-Budgets, die Wahl der richtigen Energieversorgung und unser gottesdienstliches Feiern: Alles soll in der Öffentlichkeit auf Gottes Barmherzigkeit hinweisen.
Wenn Familien in Tuvalu, Kiribati oder Papua-Neuguinea durch den Anstieg des Meeresspiegels oder durch den Abbau von Rohstoffen ihr Land verlieren, schlägt das eine Wunde in den Leib Christi. Wenn nach Katastrophen großzügig gespendet wird, ist das wichtig, aber Gerechtigkeit bedeutet noch viel mehr. Lasst CO2-Emissionen erst gar nicht entstehen! Erlasst Schulden, die den Aufbau notwendiger Infrastruktur zunichtemachen! Stoppt Investitionen, die Wälder, Flüsse und Korallenriffe zerstören, schützt Frauen und Kinder vor Gewalt, die mit Entwurzelung und Vertreibung einhergeht.
Die Wasser, von denen Amos spricht, der Pazifische Ozean und auch all die Flüsse, die Europa versorgen, zeigen entweder unsere Gier oder unsere Bereitschaft zur Umkehr. Wenn wir bei Taufen das Wasser segnen, können wir nicht gleichzeitig akzeptieren, dass es aus reiner Profitgier vergiftet wird. Wenn Gerechtigkeit unser wirtschaftliches Handeln bestimmt, kann sich die Landwirtschaft erneuern, und die Energieversorgung auf ein gesundes Maß einpendeln. Fischerei kann wieder nachhaltig betrieben werden und in Städten lässt es sich wieder frei atmen, weil der Smog verschwindet.
Die Adventszeit widerlegt die Lüge, dass wir ohnmächtig sind und gar nichts mehr tun können. Die Hoffnung beginnt ganz klein, in einem Dorf am Rande eines großen Reiches, mit dem "Ja" einer jungen Frau, mit einem verheißenen Kind, mit einer Stimme in der Wüste. Gott vertraut die Zukunft ganz gewöhnlichen Menschen an, die so leben, als ob Veränderung tatsächlich möglich wäre.
Heute geht es also ganz klar um zweierlei. Erstens: Spenden Sie großzügig an Brot für die Welt, damit Leben wieder aufgebaut, Land verteidigt und Zukunft gesichert werden kann. Zweitens: Sorgen Sie dafür, dass solche Unterstützung von Deutschland aus auch in Zukunft möglich ist: Schützen Sie eine starke Zivilgesellschaft und setzten Sie sich für eine finanzstarke internationale Zusammenarbeit ein. Nur so kann der Schutz des Klimas gewährleistet werden. Bestehen Sie auf eine Politik, die die Menschenrechte und die Schöpfung achtet. Schützen Sie die Freiheit von Kirchen und anderen Organisationen, sich für diese Anliegen einsetzen. Nehmen Sie am öffentlichen Leben teil – und kaufen Sie faire, klimabewusste Produkte. So bauen wir der Gerechtigkeit nicht nur ein festes Fundament, sondern bahnen auch die Wege, durch die Gerechtigkeit fließen kann wie ein nie versiegender Bach.
Die Adventszeit versetzt uns in hoffnungsvolle Erwartung – Freude und Frieden als Frucht der Gerechtigkeit. Jede Kerze setzt ein Zeichen gegen die Verzweiflung. Jedes Licht stellt uns vor eine Entscheidung: Werden wir Wege bahnen, auf der die Gerechtigkeit vorankommt, oder werden wir vor lauter Gleichgültigkeit noch mehr Staudämme errichten?
Christus kommt zu uns als Gottes Gerechtigkeit in menschlicher Gestalt; Gottes Gnadenstrom umhüllt dieses verletzliche Kind. Möge es keine Mauern vorfinden, sondern ein tiefes Flussbett – nämlich Gemeinschaften, die bereit sind, das Leben zu bewahren. Amen.
Teil 3 von Prof. Dr. Heike Springhart
Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden
Manchmal wird mir das Warten so unendlich lang und ich werde ungeduldig. Ich höre die Worte von Amos, dass Recht und Gerechtigkeit strömen und nie versiegen sollen. Und sehe doch so viel Unrecht, so viele Staudämme gegen Gerechtigkeit, so viele ausgetrocknete Flussbetten. Anfang des Jahres war ich im Westjordanland unterwegs und habe von der Verzweiflung der palästinensischen Menschen gehört, deren Bewegungsradius durch die Checkpoints immer mehr eingeschränkt wird. Und ich erinnere mich an die Verzweiflung der Frau aus dem Kibbuz in der Nähe des Gazastreifens, die als Israelin keine Zukunft für ihre Kinder sieht. Ich habe so viel vertrocknete Hoffnung gesehen. Und ich wünsche mir so sehr, dass die Wirklichkeit vom friedvollen und lebendigen Strom Gottes ergriffen wird und nicht länger gezeichnet von der verderbenden Flut des Hasses, der Vernichtung und der Hoffnungslosigkeit.
Im Johannesevangelium wird die Geschichte einer Frau erzählt. Manchmal komme ich mir vor wie sie. Die Frau geht mit ihrem Krug an den Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Dort, auf dem Brunnenrand, sitzt Jesus. Er bittet die Frau um einen Schluck Wasser. Ein Durstiger. Es kommt zu einem Gespräch. Es wird ein langes Gespräch. Und am Ende geht es um viel mehr als nur darum, Hunger und Durst zu stillen. Wie das eben manchmal so geht in einem Glücksfall von einem Gespräch, das sich am Anfang ums Essen und Trinken dreht und am Ende so richtig in die Tiefe geht. Am Ende dieses Gesprächs lässt die Frau ihren Krug am Brunnen stehen. Sie braucht ihn nicht mehr, denn sie hat die Quelle des lebendigen Wassers gefunden. "Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen.", sagt Jesus zu ihr. Christus selbst ist dieses lebendige Wasser. Er ist nicht nur ein guter Gesprächspartner, er ist selbst das Wort. Er ist nicht nur ein Bote der Gerechtigkeit – er ist ihre Quelle. Auf diese Quelle warte ich im Advent. Ich warte darauf, dass Gottes Liebe meinen Durst wirklich stillt. Meinen Durst nach Leben und noch viel mehr den Durst all derer, die um ihr Überleben bangen. Ich sehne mich danach, dass die Hoffnung der Menschen genährt wird und ausgetrocknete Seelen wieder zum Blühen kommen. So viele der bislang Unverwüstlichen sind zu Wüsten geworden, weil ihr Glaube keine Nahrung mehr findet, weil ihre Liebe ins Leere läuft und sie nicht mehr wissen, woher sie noch Hoffnung nehmen sollen.
Manchmal sinne ich den Wegen nach, die das Wasser auf der Erde nimmt. Und ich weiß: Das Wasser sucht sich seinen Weg. Es sucht immer den tiefsten Punkt. Das Wasser geht dorthin, wo der Boden rissig ist, wo das Leben brüchig geworden ist. Amos folgt diesem Naturgesetz. Er sagt, dass die Gerechtigkeit dorthin fließen soll, wo Armut, Angst und Benachteiligung Menschen den Atem abschnüren. Die Frau am Brunnen hat erfahren: Genau dahin kommt Christus. Er kommt in die Tiefen unseres Lebens – in das Unscheinbare, Verletzliche, ins Unfertige. Das lebendige Wasser umschifft nicht die Abgründe, sondern füllt sie mit Gnade. Es sucht unsere Wunden. Es strömt dahin, wo es trocken und lebensfeindlich ist, es rettet Vertrocknendes und bringt sehnsüchtig Wartendes zum Erblühen. Ich habe in diesem Sommer so ein Aufblühen erlebt. Ich war ein paar Wochen in einer Reha nach einer Operation und habe mich ganz neu wiedergefunden, bin frei geworden von vielem, was mir lange auf der Seele lag, und habe am Ende auf dem Papier und beim Töpfern die bunten Farben des Lebens wiedergefunden. Jeden Tag bin ich geschwommen, am Ende bis zur Insel mitten in dem kleinen See. Ich schaue dankbar auf diese Zeit, in der ich gespürt habe, wie wohltuend es ist, neu zum Blühen zu kommen. Ich habe gespürt, wie das lebendige Wasser die tiefen Punkte in mir erreicht hat.
Das lebendige Wasser sucht genau diese tiefen Punkte. Und dann geschieht etwas Wunderbares: Dieses Wasser wirkt nicht nur von außen in uns hinein. Es wirkt auch aus uns heraus. Wir werden selbst zu sprudelnden Quellen. Nicht aus eigener Kraft, sondern weil das lebendige Wasser uns durchströmt. Weil Gott Recht und Gerechtigkeit strömen lässt wie nie versiegendes Wasser.
Darauf baue ich in diesem Advent: dass Gottes lebendige Gerechtigkeit nicht an den Rändern vorbeifließt, sondern die Ränder in die Mitte holt. Dass er an unsere tiefsten Punkte kommt – an den tiefsten Punkt in mir und an die tiefsten Punkte auf dieser Welt. Dorthin, wo Kinder Durst haben. Dorthin, wo Land geraubt, Zukunft verbaut, Gerechtigkeit verweigert wird. Dorthin, wo Menschen sich ausgeliefert fühlen.
In mir klingt die uralte Verheißung des Propheten Amos: "Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach".
Mich bewegt das lebendige Wort von Jesus Christus: "Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen."
In diesem Advent hoffe ich darauf, dass Gottes Wasser stärker ist als aller Durst der Welt. Ich setze auf den Frieden Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft.
Er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Es gilt das gesprochene Wort.