Manchmal ist es nur ein Augenblick, der uns eine ganz neue Blickrichtung schenkt.
Sendetext:
Autor: What a difference a day makes! Mit diesem Lied gelingt der US-amerikanischen Jazz-Sängerin Dinah Washington ein Riesenerfolg. Sie landet damit 1959 in den Top-Ten der Charts.
Song: What a difference a day makes! 24 little hours. Brought the sun and the flowers, where there used to be rain
Autor: What a difference a day makes! Was für einen Unterschied ein Tag doch macht. Es kann eine glückliche Begegnung sein, die den Tag bestimmt. Sie kann sogar ein ganzes Leben verändern.
Die Bibel ist voll von solchen Begegnungen, nach denen das Leben eine neue Richtung einschlägt. Es sind fast immer kurze, beiläufig wirkende Begegnungen auf dem Weg. Fast im Vorübergehen. Viele der Jünger Jesu gehen gerade ihren Alltagsgeschäften nach, als Jesus, der Rabbi aus Nazareth, ihren Weg kreuzt. Simon zum Beispiel, der Fischer, der nach einem erfolglosen Arbeitstag frustriert am Ufer sitzt und seine Netze flickt.
Jesus setzt sich zu ihm und sagt, er solle noch einmal hinausfahren auf den See und das Netz auswerfen. Er folgt dem Rat des Fremden. Als er übervoll beladen zurück ans Ufer kommt, schließt er sich Jesus an.
Song: My yesterday was blue, dear, Today I am part of you, dear. … My lonely nights are through, dear. Sonce you said you were mine.
Autor: Dinah Washington besingt den Stimmungsumschwung. Statt Alltagstrott ein Neuaufbruch. Wie bei dem Fischer Simon - der erhält sogar einen neuen Namen, unter dem er noch heute bekannt ist: Petrus.
Was für einen Unterschied ein Tag machen kann! Nicht bei allen Jüngerinnen und Jüngern ist es ähnlich wunderbar wie bei dem unglaublichen Fischzug des Petrus. Bei anderen ist es ein Gespräch, das Jesus mit ihnen führt. Auf dem Weg oder auch bei Tisch, wenn Jesus zu Gast ist. Oder am Brunnen, wo ihm eine Frau Wasser zu trinken gibt. Immer verändert das, was gesagt wird, die Sicht des Menschen auf die Dinge, auf sich selbst und das eigene Leben.
Ein Moment des Erkennens, ein Augenblick, der den Blick öffnet, weitet, vertieft. Jesus ist Zeit seines Lebens unablässig unterwegs. Der Züricher Theologe Ralph Kunz nennt die Geschichten von Jesus "biblische Roadstorys", weil alle dabei unterwegs sind. Oder in die Gänge kommen, im Sinn des Wortes in Gang gesetzt werden.
Ein Gelähmter wird aus der Bewegungslosigkeit geholt, so dass er aufstehen, sein Bett nehmen und selbst gehen kann. Eine Frau kommt hinter dem Herdfeuer hervor, reicht den Männern das Wasser und vertritt ihren eigenen Standpunkt. Zollbeamte, Soldaten, Wirtschaftsleute und Begüterte überdenken ihre bisherigen Lebensgewohnheiten und schlagen neue Wege ein.
Solche Geschichten können hängen bleiben wie ein Lied - wie der Ohrwurm von Dinah Washington. Wie eine Liedzeile, die sich festsetzt, früh am Morgen, die neugierig macht auf den neuen Tag:
Song: What a difference a day makes – and the difference is you.
Es gilt das gesprochene Wort.
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