Talk am Sonntag mit Marten Krebs

Martin Krebs im Gespräch mit Julian Sengelmann

©So gesehen – Talk am Sonntag

Talk am Sonntag mit Marten Krebs
Der Schauspieler ist zu Gast bei Julian Sengelmann im Café Elbfaire.
30.05.2021 - 08:05

Eigentlich wäre Marten Krebs jetzt mit dem Tina Turner Musical „Simply the best“ auf Europatournee. Doch wie viele andere Künstler muss auch Krebs sich in der Pandemie ein komplett neues Leben aufbauen. Als sämtliche Engagements nach und nach abgesagt werden, überwiegen anfangs Ratlosigkeit und Perspektivlosigkeit. Der 39-Jährige zieht zurück zu seinen Eltern. Handwerkliche Tätigkeiten auf ihrem Hof helfen ihm, den Kopf frei zu bekommen, alles in einer neuen Perspektive zu sehen. „Das Schönste war, wenn man so einen Gartenweg gepflastert hat, das war wie Applaus vom Publikum. Ich stand dann abends davor und dachte toll, toll, danke, danke, dass ich das so aufnehmen darf und dass mir das tiefe, dunkle, schwarze Loch erspart bleibt.“

Ein Bekannter schlägt Marten Krebs vor, Trauerredner zu werden. Krebs hat großen Respekt vor der neuen Aufgabe und ist sich anfangs nicht sicher, ob er der Richtige dafür ist. Doch ein Trauerfall in der eigenen Familie ändert seine Meinung: „Da habe ich noch mal ganz anders übers Sterben nachgedacht. So kam ich einfach dahin, dass ich für mich sagte, ich kann damit umgehen, ich kann mich auch anders hineinversetzen in das Thema Trauerarbeit, was ja wirklich ein sensibles Thema ist.“ Krebs bedeutet der Kontakt zu den Trauernden viel, die Arbeit ist ihm Berufung geworden: „Ich finde es ganz wichtig, dass die Leute auch an dem Tag wissen, klar wir begleiten jetzt einen Menschen auf dem letzten Weg, aber wir betrachten noch mal das Leben. Und das Leben war bunt, und dann darf man noch mal lachen.“

„Der Beruf des Trauerredners erdet einen nochmal richtig, weil man sich jeden Tag damit auseinandersetzen muss, dass das Sterben zum Leben dazugehört“