Religionsgespräche in Worms

Religionsgespräche in Worms – Geschichte(n) mit Zukunft

 

###f03###Gespräche kommen nur zustande, wenn es verschiedene Meinungen gibt und die Meinenden sich dennoch austauschen wollen. Das ist bei Religionsgesprächen nicht anders, nur dass Religion vom Grundsatz her mit Wahrheits- und Bekenntnis­ansprüchen einhergeht.

 

1541 suchten Martin Bucer und Johannes Gropper beim ersten Wormser Religionsgespräch nach einem Konsens in gemeinsamen Lehrartikeln, dem "Wormser Buch". Und auch nach dem Augsburger Religionsfrieden, der das Reich in evangelische und katholische Territorien teilte, wurde 1557 beim zweiten Wormser Religionsgespräch, an dem Melanchthon und Gropper teilnahmen, ein erneuter Konsensversuch unter­nommen. Beide Gespräche kamen nicht zum gewünschten Erfolg. Das gilt auch für das ebenfalls 1557 in Worms-Pfeddersheim geführte Gespräch zwischen Reformierten und Täufern. Seit dem frühen Mittelalter gibt es in Europa und im Nahen Osten Religionsgespräche in religiösen Streitfragen, auch zwischen Christen und Juden sowie Christen und Muslimen. Und diese Gespräche stehen trotz ihres oft uneingelösten Anspruchs zur Einigung dennoch für das Potenzial der Verständigung in religiösen Fragen.

 

Deshalb greift die Stadt Worms gemeinsam mit der EKHN (EKHN = Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) und der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) im Themenjahr "Reformation und Toleranz" der Lutherdekade diese Tradition auf und lädt vom 19. bis 21. April 2013 zu "Wormser Religionsgesprächen" ein, die im ersten Jahr den Arbeitstitel "Dulden oder Verstehen" tragen und alle zwei Jahre unter einem anderen Thema fortgesetzt werden sollen.

 

 

KONTAKT:

 

Kulturkoordinator Volker Gallé
Büro des Ober­bürgermeisters

E-Mail: volker.galle@worms.de 
Telefon: (0 62 41) 8 53 - 10 51