Gemeinfrei via Fundus/ Hans-Georg Vorndran
Die erste Blaulichtkirche in Deutschland
Eine Kapelle für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste
04.09.2026 06:20

Die Kirchenfenster sind blau. Das passt. Denn diese Kapelle in einem Dorf in Brandenburg ist speziell für Blaulichtkräfte da. Sogar für verstorbene Polizeihunde und -pferde gibt es eine Ecke.

Sendetext:

Im kleinen Örtchen Ganz bei Kyritz in Brandenburg steht die erste "Blaulichtkirche" Deutschlands. Es ist ein Ort für die Themen und Erfahrungen der Blaulichtkräfte. Also der Menschen, die bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk arbeiten – hauptberuflich oder ehrenamtlich.

Ich war im letzten Jahr in Ganz und habe mir zusammen mit anderen die Kirche, besser gesagt die kleine Kapelle angeschaut. Sie hat passenderweise blaue Fenster. Ihre Atmosphäre ist ruhig, konzentriert und einladend. Hinter der Idee der Blaulichtkirche steht ein Verein mit Einsatzkräften aus der Basis. Vorsitzender des Vereins ist ein Kyritzer Polizist. Er erzählt uns bewegend von Gedenkfeiern für Kollegen, die bei ihrem Dienst ums Leben gekommen sind. In der Kapelle haben auch schon die ersten Hochzeiten von Polizei- und Feuerwehrpaaren stattgefunden.

Besonders berührt hat mich die Gedenkecke für verstorbene Diensthunde und –pferde in der Kirche. Es klingt vielleicht etwas schräg und merkwürdig. Ein großer Schäferhund thront über der Ecke. An der Wand hängen Maulkörbe und Halsbänder. Auf einem Tisch stehen Fotos der Tiere mit brennenden Kerzen davor. Die Gedenkecke würdigt den Einsatz und Beitrag der vierbeinigen Blaulichtkräfte. Sie sind Kolleginnen und Kollegen auf Hufen und auf Pfoten. Es gibt eine enge Bindung zu ihren Hundeführerinnen und –führern. Die Diensthunde leben bei ihnen im Haushalt wie ein Haustier.

Für mich zeigt diese Gedenkecke auch: Die Tiere gehören zu Gottes Schöpfung dazu. Ich denke an einen Psalm, ein Gebet aus der Bibel. Darin heißt es:

"Die ganze Erde hast du ausgelegt zu unseren Füßen,

bis in die fernsten Fernen, dass wir sie behüten.

Herden von Schafen, Mengen von Vieh, mit den Tieren der Wildnis zusammen,

Vögel entlang der Himmelsbahnen, Fische, flitzend entlang der Meerespfade." (Psalm 8)

Auch die Hunde und Pferde sind uns anvertraut und gehören zur Blaulichtfamilie. Sie leisten wertvolle Arbeit. Dafür verdienen sie unseren Dank und unsere Anerkennung.

Wer sich darüber bestimmt freuen würde, ist Franz von Assisi. Sein 800. Todestag ist in diesem Jahr. Der heilige Franziskus gilt als Tierliebhaber. Für ihn schimmert in allem Geschaffenen und somit auch in den Tieren das Göttliche immer durch. Durch die Fenster der Blaulichtkapelle in Ganz schimmert die Schöpfung blau. Und das Gedenken an die Diensthunde und –pferde hat einen würdigen Platz gefunden.

Es gilt das gesprochene Wort.

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