Evangelische Medienpreis-Verleihung

Foto: mck

Die Preisverleihung findet am 26. September in München in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk statt, dabei begründen die beiden Jurys ihre Entscheidungen. Die ausgezeichneten Programme werden in Ausschnitten vorgeführt.

 

Mit dem Robert Geisendörfer Preis werden jährlich in der Kategorie „Allgemeine Programme“ zwei Fernseh- und zwei Hörfunkproduktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben. Der Kinderfernsehpreis wird von der Wolfgang und Gerda Mann Stiftung – Medien für Kinder und der Evangelischen Akademie Tutzing gestiftet. An dem Wettbewerb beteiligen sich öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter. Ausgezeichnet werden Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Darüber hinaus vergibt die Jury „Allgemeine Programme“ einen Sonderpreis für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen.

 

Die Preise sind insgesamt mit 30.000 Euro dotiert, der Sonderpreis ist undotiert.

 

 

Die Preisträger:

 

Hörfunk

 

Fremde Mutter, fremdes Kind. Zwangsadoptionen in der DDR

An Gabriele Stötzer (Buch) und Wolfgang Bauernfeind (Regie)

 

MDR 2013, Redaktion: Feature/Künstlerisches Wort, verantwortl. Redakteurin: Kathrin Aehnlich. Begründung der Jury: Vom Einzelfall einer Zwangsadoption ausgehend legt dieses komplexe Feature dar, wie umfassend Persönlichkeiten in der DDR durch fortgesetzte Behördenwillkür zerstört wurden. Die erzählten Schicksale und ihre Beschädigungen stehen exemplarisch für eine menschenverachtende Praxis. 

 

 

Das Hacker-Syndrom

An  Johannes Nichelmann (Buch) und Nikolai von Koslowski (Regie)

 

WDR 2013, Redaktion: Radiokunst/Feature, verantwortl. Redakteurin: Leslie Rosin. Begründung der Jury: Es ist dem Team aus Autor und Regisseur eindrücklich gelungen, die Netzwelt hörbar zu machen. Sie zeigen, dass wir Menschen in dieser grenzenlosen Kommunikation lernen müssen, Verantwortung neu zu buchstabieren und die eigenen Grenzen neu zu definieren.

 

 

Fernsehen

 

Nichts mehr wie vorher

An Henriette Piper (Buch) und Oliver Dommenget (Regie)

 

SAT.1 2013, Redaktion: Deutsche Fiction & Koproduktion, verantwortl. Redakteur: Jochen Ketschau; Produktion: Michael Souvignier, Zeitsprung, Köln. Begründung der Jury: Hier wird eine wahre Begebenheit, der „Fall Lena“, ohne jede spekulative Effekthascherei in einen wirkmächtigen und stilsicheren Fernsehfilm überführt. Dass er auch im werbefinanzierten Privatfernsehen einen Platz finden konnte, freut die Jury besonders.

In Deutschland um die Welt. Israel in Berlin

An Pierre M. Krause (Moderator), stv. für das Team

 

EinsPlus/SWR 2013, Redaktion: EinsPlus/Digitale Projekte, verantwortl. Redakteurin: Claudia Godzieba; Produktion: Thomas Pommer, dibido tv, Köln. Begründung der Jury: Mit Witz, Leichtigkeit und Offenheit verknüpft Moderator Pierre Krause ein dichtes Knäuel an Informationen und Impressionen, wenn er sich mit jungen Israeli trifft. Und ganz beiläufig gelingen Einblicke in die jüdische Tradition und Religion.

 

 

Kinderfernsehpreis

 

Die Jury „Kinderprogramme“ des Robert Geisendörfer Preises verleiht unter Leitung des Vorsitzenden, Pfarrer Bernd Merz, folgende Preise:

 

Theo lässt sich nicht aufhalten (Aus der Reihe: Schau in meine Welt)

An Matthias Eder (Buch und Regie)

 

KI.KA 2013, Redaktion: Nonfiktion, verantwortl. Redakteurin: Silvia Keil, Produktion: house of media, Berlin. Begründung der Jury: Der Film über einen zehnjährigen Jungen ohne Beine ist ein mitreißendes Porträt, das eine überaus positive Botschaft vermittelt: Wenn Theo es schafft, sein Leben zu meistern, dann schaff’ ich das auch. Ganz unaufdringlich wirbt der Film für Integration.

 

 

pur+ Hilfe, ich bin ein Vorurteil!

An Tim Engelmann (verantwortl. Redakteur), stv. für das Team

 

ZDF 2013, Redaktion: Kinder und Jugend/pur+. Begründung der Jury: Mit Hilfe verblüffender Gruppenexperimente und ganz ohne erhobenen Zeigefinger bringt das Magazin Kindern auf spielerische Weise bei, ihre Vorurteile zu hinterfragen. Ein Musterbeispiel für herausragendes Wissensfernsehen.

 

 

Der Sonderpreis der Jury 2014

 

für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen geht an

 

Gunnar Dedio (Produzent), Jan Peter (Regisseur und Koautor) und Yury Winterberg (Koautor)

             für

     „14  – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“

                                           NDR, SWR, ARTE France, WDR, ORF

 

Begründung der Jury:

„Die multinationale Perspektive von ‚14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs‘ versinnbildlicht, wie in jedem Krieg nicht nur Feinde gegeneinander kämpfen, sondern vor allem Menschen gemeinsam leiden und sterben. Mit seinem globalen Ansatz ist ‚14‘ ein universeller Antikriegsfilm. Filmschaffende aus 28 Nationen und Fernsehsender aus 18 Ländern machten gemeinsam aus der europaweit ausgestrahlten Serie ein globales Fernsehereignis.“ Die Jury des Robert Geisendörfer Preises ehrt alle Initiatoren und Realisatoren von „14“ für Idee, Konzept, Umsetzung dieses Weltfilms über den Weltkrieg.

 

Gunnar Dedio, Jan Peter und Yury Winterberg nehmen die Auszeichnung persönlich in Empfang. Professor Dr. Paul Nolte, Freie Universität Berlin, wird die Laudatio halten.

 

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