Rein hören - Radiothemen und -trends

Foto: Dr. Thomas Dörken-Kucharz

Fachleute: Radiohörer wollen individuelle Radioprogramme

Frankfurt a.M. (epd). Radiohörer sind nach Ansicht von Radiomachern immer stärker auf der Suche nach individuellen Programmen. Der Geschäftsführer des Radiosenders Ego FM, Philipp von Martius, sagte am Mittwoch bei den Frankfurter Hörfunkgesprächen in Frankfurt am Main, junge Hörer, die auf der Suche nach spezieller Musik seien, suchten ein Radioprogramm, das sie selbst mitgestalten können. Es gebe auch viele "enttäuschte Radioliebhaber", die von der ewig gleichen Musik in Formatradios gelangweilt seien. Das sei die Chance für Radiosender wie Ego FM, bei dem die Hörer die Playlist mitgestalten können.

 

Martius sagte, sein Sender wolle das "Lebensgefühl seiner Hörer treffen", dies sei nicht primär an Altersgruppen gebunden. Radiomacher müssten sich bewusst sein, dass jede "Region anders tickt". Die Hörer hätten unterschiedlichen Humor, zeichneten sich durch verschiedene Musikvorlieben aus. Ihre Heimat seien gemeinsame Interessen. Ziel der Sender müsse es sein, sich "in den Alltag seiner Hörer" zu integrieren. Solch ein Programm lasse sich dann auch erfolgreich vermarkten. Ego FM ist in Bayern über UKW-Frequenzen zu empfangen und sendet über Kabel sowie digital.

 

Hörfunk und Online müssten miteinander verschmelzen, forderte Martius. Ego FM wolle über Social Communities wie Facebook oder Twitter Hörer für das Radioprogramm gewinnen, nicht umgekehrt.

 

Thomas Müller, Programmchef von Puls, dem trimedialen Sender mit jungem Programm beim Bayerischen Rundfunk, sagte, er sei "überzeugter Formatradiofan". Sich auf ein Format festzulegen, heiße, ein Programm könne sich auf bestimmte Bestandteile wie Musikstile oder Höreransprache konzentrieren. Der Hörer könne dann den Sender wählen, den er "tatsächlich hören mag". Auch Müller bezeichnete Trimedialität als wichtig für das Radio. Das bedeute jedoch nicht, dass man alle Inhalte auf allen Kanälen ausspielen sollte, es sei wichtig dafür zu sorgen, dass die Inhalte sich gegenseitig ergänzten und einen Mehrwert für die Hörer böten.

Bei den Frankfurter Hörfunkgesprächen diskutierten am Mittwoch Radiojournalisten und Fachleute über Radiothemen und Radiotrends. Die Veranstaltung, die vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik und dem Grimme Institut in Marl organisiert wird, beleuchtete aktuelle Themen des Radiojournalismus. Kooperationspartner waren die Hessische Landesanstalt für Privaten Rundfunk, die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, die Landeszentrale für Medien und Kommunikation, Rheinland-Pfalz und die ARDZDF Medienakademie.

vh/dir

 

 

Eine Veranstaltung der Rundfunkarbeit im

 

Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik und des

 

Grimme Instituts

 

 

 


 

Verleihung der RADIOSIEGEL

 

Bereits zum zweiten Mal werden im Rahmen der Frankfurter Hörfunkgespräche die RADIOSIEGEL vergeben.

 

Das RADIOSIEGEL zeichnet jedes Jahr private Radiosender aus, die eine gute Ausbildung von Volontären betreiben. Um das Siegel können sich die Radiosender bzw. die Volontäre für ihre Sender bewerben. Eine ehrenamtliche, unabhängige Jury aus Journalisten und Medienprofis entscheidet, welche Sender das Siegel bekommen.

 

 

Radiosiegel für Volontärausbildung in Privatsendern verliehen

Frankfurt a.M. (epd). Die Gewinner des diesjährigen Radiosiegels für eine vorbildliche Volontärsausbildung stehen fest. 15 Hörfunksender erhielten den undotierten Preis, wie die Initiative Radiosiegel am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte. Die Auszeichnung ging an die Sender 94,3 rs2, Antenne MV, baden.fm, Berliner Rundfunk 91,4, die neue Welle, Donau3fm, Hitradio Ohr, Kiss FM, radioHNA, Radio Lippe Welle Hamm, Radio NRW, Radio Rur, Radio Seefunk, Radio Service Berlin und Radio Wuppertal.

 

Die ehrenamtliche Jury lobte die hohen und verlässlichen Ausbildungsstandards der Sender. Zu den wichtigen Kriterien für die Auszeichnung gehörte, dass ein Volontariat finanziell honoriert wird, ein Ausbildungsplan die Inhalte regelt und crossmediales Arbeiten gefördert wird.

Die Initiative Radiosiegel, in der sich Landesmedienanstalten, Verbände, Institutionen, Gewerkschaften und Ausbildungseinrichtungen zusammengeschlossen haben, will nach eigenen Angaben Impulse für eine vielfältige professionelle Volontärsausbildung setzen. Mit dem Radiosiegel werden Sender ausgezeichnet, die den Volontären mit ihrem Ausbildungsangebot einen gelungen Einstieg in das Berufsleben bieten. Die Volontäre selbst können die Sender für die Auszeichnung vorschlagen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury.

 

Partner der Initiative Radiosiegel sind die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk, die Landesmedienanstalten von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen, der Deutsche Journalisten-Verband, die Deutsche Journalisten-Union, die Initiative Fair Radio, die Hörfunkschule Frankfurt, die Evangelische Medienakademie und Medienpraxis-Akademie für Privaten Rundfunk.

vh

 


 

 

Kooperationspartner der Frankfurter Hörfunkgespräche

 

 
 

Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz
 

 
 

Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
 

 
 

Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg
 

 
 

ARD.ZDF medienakademie