Das Leben als ein großes Buch. So hat der irische Schriftsteller C. S. Lewis sich das vorgestellt. Und auch, wie das Buch nach dem Tod im Himmel gelesen werden wird.
Sendetext:
Der irische Dichter und Schriftsteller Clive Staples Lewis hat in der Trauer um seine verstorbene Frau einen Gedanken gefasst, der am Ende eine überraschende Wendung bekommt: Das Leben eines Menschen ist ein Buch. Sein irdisches Leben mit allen Erfahrungen und Erlebnissen ist allerdings schon auf der Titelseite komplett aufgeschrieben worden. Da ist festgehalten, wie dieser Mensch selbst sein Leben sieht, wie er es versteht; sozusagen sein persönliches irdisches Tagebuch.
Es ist ein großes Buch mit einer großen Titelseite, auf der genügend Platz ist, um alle Lebenstage und Erfahrungen aufzuschreiben. Unbeirrt von den Einsprüchen anderer hält der Mensch dort mit seinen eigenen Worten fest, wie er selbst sein Leben beurteilt – und wie er es beurteilt sehen möchte.
Und wenn manchmal nicht so ganz klar ist, wie er bewerten soll, was er gelebt hat, so schreibt er dort auf, was ihn motiviert und angetrieben hat; seine Beweggründe und seine Ziele. C.S. Lewis meint: Der Mensch ist frei, sein Leben ganz so, wie er es sieht, aufzuschreiben, seine Urteile über sein Leben festzuhalten.
Und wenn der Mensch dann eines Tages stirbt, wird im Himmel vor seinen Augen dieses dicke Buch aufgeschlagen – und darin sind lauter leere, unbeschriebene Seiten zu sehen. Denn jetzt kommen Gott und Mensch ins Gespräch darüber, wie Gott das irdische Leben dieses Menschen gesehen hat.
So stelle ich mir vor, wie auch ich eines Tages Gott gespannt zuhören werde, wie er mein Leben sieht und neu erzählt. Nicht in Soll und Haben gemessen, sondern als meine Geschichte, gesehen mit den Augen Gottes.
Ich vermute, dass ich staunen werde. Manchmal werde ich es kaum glauben können, was ich höre und aufschreibe. Erschrecken wird auch dabei sein. Auch manche Überraschung werde ich im Himmel hören und aufschreiben. Nichts wird weggelassen. Alles ist da – und oft vermutlich anders, als ich selber es sehe. Und auch anders, als andere Menschen mich sehen und mich im Rückblick beschreiben würden.
Wenn ich gestorben bin, spricht Gott mit mir über mein Leben. Und ich bin C.S. Lewis dankbar für seine starke Idee mit diesem großen Lebensbuch.
Es gilt das gesprochene Wort.
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