Gemeinfrei via Fundus/ Stefanie Bock
"My brain has holiday", sagt unser Autor in schönstem Denglish, wenn er sich im Alltag ans Meer träumt. Solche Gedankenreisen sind ein Kreativ-Brunnen.
Am Meer
Auszeit in Gedanken
17.03.2026 06:20

"My brain has holiday", sagt unser Autor in schönstem Denglish, wenn er sich im Alltag ans Meer träumt. Solche Gedankenreisen sind ein Kreativ-Brunnen.

Sendetext;

Ich liebe die Sonne. Und noch mehr das Meer. Überhaupt alles, was Wasser hat. Das Meeresrauschen ist mein innerer Grundton. Ich höre es auch dann, wenn ich nicht am Ufer stehe. Jetzt im März wandern meine Gedanken manchmal voraus zum nächsten Urlaub, wenn ich wieder am Meer sein werde.

Ich ahne, was der Mystiker Angelus Silesius meint mit den Worten: "Die Gottheit ist ein Brunn, aus ihr kommt alles her und läuft auch wieder hin. Drum ist sie auch ein Meer." Das Meer und fließende Gewässer bedeuten Auszeit für mich. Welle um Welle kommt, ohne Aufhören, ob Mittelmeer oder Nordsee. Ich stehe am Ufer, höre das Rauschen, sehe das Wasser glitzern.

Ich kann nichts dazu tun, dass das Meer kommt. Nicht sorgen, was wohl sein wird, heißt das für mich. Sondern tun, was jetzt dran ist: Aufatmen. Wenn es gut läuft, vergesse ich darüber sogar die Namen mancher Kolleginnen und Kollegen. Meine Frau spottet dann: Dein Hirn wird kleiner! Ich antworte ihr in schrecklichem Denglish: My brain has holiday; und wir lachen zusammen. Weil es stimmt: Unser Gehirn bleibt nicht träge, wenn wir auf der faulen Haut liegen.

Hirnforscher haben das Äquivalent für die Auszeit in unserem menschlichen Gehirn gefunden. Sie haben Testpersonen in einem Kernspintomografen beobachtet, die eine Aufgabe lösen sollten und sich dafür konzentrieren mussten.

Sobald die Testpersonen zielgerichtet zu arbeiten begannen, wurden ganz bestimmte Hirnregionen aktiv. Gleichzeitig haben die Synapsen an anderen Stellen im Gehirn sehr wenig gefeuert, also fast den Betrieb eingestellt. Sobald aber die Testpersonen mit dem konzentrierten Arbeiten aufhörten und zur Ruhe kamen, wurden genau jene Hirnareale aktiv, die vorher im Ruhemodus waren.

Daraus schließen die Wissenschaftler: Wenn wir uns gut entspannen, ordnen sich die neuralen Netzwerke in unserem Gehirn neu. Dann geht das Gehirn gewissermaßen in sich selbst spazieren. Ruhe, sogar Langeweile ist oft ein großer Kreativbrunnen – oder ein kleines Meer. Manchmal hat man nach dem Auftauchen die besten Ideen im Kopf.

Es gilt das gesprochene Wort.

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