Wahrscheinlich will niemand von jedem gleich durchschaut werden. Doch unser Autor findet: ein bisschen mehr Transparenz in unserer Kommunikation kann nicht schaden.
Sendetext:
Ob das Meer versteht, was die Wale in ihm singen? Oder was Risse im Meeresboden, aus denen Lava zäh hervorquillt, vor sich hin blubbern? Ob das Plankton sanfte Geräusche macht? Falls ja, wünsche ich mir, ich wäre Wasser im Ozean und wüsste endlich Bescheid. Ich höre und nehme im Singen und Blubbern die Sehnsucht und das Seufzen der ganzen Schöpfung wahr. Als würden Meer und Fluss, alle Tiere und Pflanzen ihr Sehnsuchtslied stöhnen und ächzen. Auch über verloren Gegangenes. Doch vor allem höre ich darin den Klang ihrer Hoffnung nach Erlösung, von der es in der Bibel heißt: Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit, (..) doch auf Hoffnung. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt (Röm. 8, 20.22).
In Wehen liegen – das ist ein Gedanke, der mir Mut macht. Mit ihm kann ich glauben, dass alles, was gerade bei uns geschieht – an Krieg, Streit und Hass untereinander – vergänglich ist. Gutes kommt auf die Welt, das ist das Versprechen. Eine Verheißung, die mir Kraft gibt. Wann wird das sein? Wie lange wird diese schöne arme Erde noch schwanger gehen?
Eine Antwort auf diese Frage versucht das letzte Buch der Bibel zu geben, in der Offenbarung. Sie erzählt von einer Stadt, die […] die Herrlichkeit Gottes [hatte]; ihr Leuchten war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall. (…) Und die Stadt war aus reinem Gold, gleich reinem Glas. (…) und die Straße der Stadt war aus reinem Gold wie durchscheinendes Glas.
Ich verstehe diese helle Bildsprache so, dass in der ewigen, himmlischen Stadt alles transparent und durchsichtig ist. Und alles – was jemals war, was ist und was sein wird, wirklich alles – miteinander kommunizieren kann. Das ist eine Hoffnungsantwort. Eines Tages, wenn ich einmal gestorben bin, werde ich das in Vollkommenheit erleben: Mit allem über alles sprechen, was war und was ist. Durchscheinendes Glas. Ich bin gespannt.
Bis dahin – mutet diese Hoffnung mir etwas zu: Mehr Transparenz. Lege deine Interessen offen, sprich ehrlich. Kommuniziere nicht undurchsichtig wie durch Milchglas. Lass durchscheinen, wer du bist. Nimm wahr, wer dein Gegenüber ist. Mache dir die Folgen von dem, was du jetzt tust, kristallklar. Bleibe dennoch in guter Hoffnung. Diese Mühe lohnt sich.
Es gilt das gesprochene Wort.
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