epd-bild / Norbert Neetz
Geben bringt Segen
Das englische Weihnachtslied vom guten König Wenzeslaus
26.12.2025 07:05

König Wenzel schaut am Zweiten Weihnachtstag aus dem Fenster und sieht einen armen Mann im Schnee. Was dann geschieht, erzählt ein Weihnachtslied – von Herzenswärme, die Spuren hinterlässt.

 

Sendetext nachlesen:

 

Der König schaut aus dem Fenster. Es war von allen guten Tagen im Jahr der, nun ja, der zweitbeste, der Zweite Weihnachtstag. Der hat seine eigene Hymne, sein eigenes Lied. Und das beginnt damit, dass an genau diesem Tag vor über eintausend Jahren König Wenzel von Böhmen (908-929 n. Chr.) aus dem Fenster schaut. Vielleicht sucht er nach etwas zum Festhalten für seine Seele. Vielleicht zieht er eine Bilanz der Weihnachts-Feierlichkeiten. 

Ich stelle mir vor, er befindet sich in einer dieser frühmittelalterlichen Burgen, die ein Umluft-Heizungssystem haben. Will sagen: Unser König hat es kuschelig-warm. Über den Hügeln der Moldau liegt der Schnee so hoch und gefroren, dass die Straßen mit Tannenzweigen und Stroh ausgelegt werden müssen. 

Eigentlich war dieser Wenzel "nur" ein böhmischer Fürst, Herrscher einer kleinen Region um Prag. Kaiser Otto der Erste ernennt Wenzel nach dessen Tod zum König, weil er so ein Vorbild für die Welt war. Das Lob darauf, was Wenzel an einem Zweiten Weihnachtstag getan haben soll, wurde zu einem Weihnachtslied. 

Seinen Namen gibt es in verschiedenen Formen: Wenzel, Wenzeslaus, auf Tschechisch Václav, auf Englisch Wencelas. Hinter König Wenzel liegen die Zeremonien zu Weihnachten: golden geschmückte Geschenke, royales Feste-Feiern. Anstrengend war es. Vieles hat gut geklappt und gut geschmeckt. Weihnachten ist auch für Könige eine Bewährungsprobe. Der Schein von Eleganz und Überfluss muss aufrechterhalten werden. 

Angemessene Umgangsformen waren für unseren König zu beachten. Es gab auch damals Gesprächsthemen, die er am Tisch elegant umschiffen musste. Aber es lief gut. Fast alles abgehakt: der flambierte Kuchen, das Siedegebäck, der Gewürzwein, das Schwein, Christmette und die Kerzen. Für heute Abend sind Musik und Tanz geplant, danach die Nacht mit der Kerzenwache und dem Nachdenken über das Licht von Jesus Christus.  

Als "rex iustus et christianus" hat Wenzel sich zeigen können, also auf Deutsch: als gerechter und christlicher König. Für ihn war Weihnachten auch die Hoch-Zeit der Almosen und Amnestien. 

Bald ist Weihnachten vorbei. Der König will das Fest noch festhalten. Wehmut zuckt durch seine Körpermitte. Da schaut er, König Wenzel aus dem Fenster. 

Das englische Lied "Good King Wenceslas", vom Guten König Wenzeslaus ist mein Lieblingsweihnachtslied. Oft hört man nur die Melodie so wie eben von Philadelphia Brass gespielt. Das Lied besitzt für die allgemeine Weihnachtlichkeit hervorragende Eigenschaften. Das kurze Posaunenvorspiel macht eine Bewegung von oben nach unten – so wie Gott mit der Geburt Jesu vom Himmel auf die Erde gekommen ist. 

Auf dieser Spur Gottes befindet sich König Wenzeslaus. Davon handelt das Lied über ihn. Die Weihnachts-Welt des Liedes ist vielschichtig: Da ist die Heiligenlegende des Königs Wenzeslaus und seine Ethik des Helfens. Im Lied kommt das Stephansfest vor – das ist heute am Zweiten Weihnachtstag. Es erinnert an den biblischen Stephanus, der sich um Bedürftige gekümmert hat. Stephanus wurde zum ersten christlichen Märtyrer. Er ist für seinen Glauben an Christus gesteinigt worden. (Apostelgeschichte 6 und 7) 

Am Stephanstag spielt die Legende vom Guten König Wenzeslaus. Seine Geschichte ist durch mehrere Länder und Jahrhunderte gewandert. Der englische Pfarrer und Kirchenmusiker John Mason Neale schreibt 1853 das Lied. Es basiert auf einer Dichtung des tschechischen Literaten Václav Alois Svoboda. Neale arbeitet zusammen mit seinem Musikredakteur Thomas Helmore. Die beiden verwenden die Melodie eines lateinischen Frühlingsliedes: "Tempus adest floridum", die Blütezeit ist gekommen. Das wiederum steht in einer finnischen Liedersammlung von 1582. 

England, Tschechien, Finnland. Ein internationales Feuerwerk mit Ideen für eine gute Welt. Wir hören die erste Strophe von "Good King Wenceslas". Der König schaut aus dem Fenster. 

"Guter König Wenzeslaus 
schaut am Stephansfeste, 
Schnee lag tief und harsch ums Haus, 
weiß war’n Strauch und Äste. 
Glänzend schien des Mondes Licht 
in der Frostnacht eisig,
kam ein armer Mann in Sicht, 
sammelt Holz und Reisig."


In dem Lied hat das Christfest jetzt am Zweiten Weihnachtsfeiertag einen unerwarteten Höhepunkt. Normalerweise konzentriert sich bei mir alles auf die Stunden von Heiligabend, in denen ich mein bestmögliches Leben für andere und für mich selbst inszeniere. Danach sackt es ab und die Luft ist raus aus Weihnachten. 

Aber im Lied von König Wenzeslaus geht Weihnachten weiter. Wenzel sieht jemanden außerhalb seiner königlichen Lebenswelt. Einen Mann in Not. Vielleicht fällt der ihm auf, weil es auch damals zu Weihnachten dazugehörte, etwas zu geben für Menschen, die Hilfe brauchen. In England heißt der 26. Dezember "boxing day": An ihm gab es früher Geschenke für Bedürftige, und Arbeitgeber schenkten ihren Angestellten eine Christmas Box. 

Das Lied lässt König Wenzel aus dem Fenster schauen, "on the Feast of Steven", also am Zweiten Weihnachtstag, am Fest des Heiligen Stephanus oder auch Stephani-Tag. Stephanus ist in der Bibel derjenige unter den ersten Christen, der sich ganz im Sinne von Jesus besonders um Menschen in Not kümmert. Auch der historische König Wenzel sah sich als Nachfolger von Jesus Christus in einer Zeit, in der Böhmen erst seit wenigen Jahrzehnten christlich geworden war. 

Town of Bethlehem 
On the Feast of Steven. Das Fest des Heiligen Stephanus. Der Stephanstag heute am 26. Dezember erinnert an eine interkulturelle Krisensituation kurz nach dem Tod und der Auferstehung Jesu: Jesusanhängerinnen und -anhänger geraten in einen Streit. Die Gruppe der Griechen in der jungen christlichen Gemeinde hat den Eindruck: Unsere Witwen werden von der Gemeinde schlechter versorgt als die der hebräischen Christusanhänger. 

Die zwölf Apostel schlagen eine Lösung vor: Die Gemeinde soll sieben Männer wählen, die sich um die Bedürftigen kümmern sollen. Mit heutigen Begriffen könnte man sagen: Sie empfehlen eine Institutionalisierung der Hilfe. 

Die Gemeinde folgt dem Vorschlag und wählt sieben, Stephanus ist der erste. Man nennt die neu geschaffene Aufgabe "Diakon".  Das griechische Wort kommt von "dienen". Die sieben sollen sich um die kümmern, die leicht übersehen werden und schnell ins Hintertreffen geraten. 

Stephanus wird zum ersten Märtyrer der Christenheit. Die Gegner des neuen Glaubens werfen ihm Gotteslästerung vor und steinigen ihn. 

Am Stephanstag spielt die Geschichte von König Wenzel. Wenzel hatte die Erzählung über Stephanus aus der Bibel im Ohr. Sie wurde vorgelesen beim Weihnachtgottesdienst. Wenzel wird zu Stephan, der König wird zum Diakon, nimmt Not und Menschen wahr. Er belässt es nicht beim Wahrnehmen. Er tut etwas. Er hilft.  

König Wenzel hat von seiner Burg aus gesehen, wie ein armer Mann im Schnee Holz und Reisig sammelt. Der König macht sich mit seinem Knappen auf den Weg durch Schnee und Eis zur Unterkunft des armen Mannes. "Nimm Fleisch und Wein mit und Blöcke von Holz!", trägt der König seinem Knappen auf. Die beiden stapfen durch den Schnee. Ein Sturm kommt auf, es wird immer dunkler. Der Knappe sagt: "Ich kann nicht mehr." Wenzel sagt ihm: "Geh hinter mir und tritt in meine Stapfen. Dann ist der Schnee nicht so schwer, und du bist vor dem Wind geschützt." 

Das macht der Knappe und erlebt ein Wunder. Die Fußspuren des Königs sind warm. Die Herzenswärme des Königs strahlt aus von Kopf bis Fuß. 

"Seinem Herren folgt er nach. 
Sieh, warm sind die Spuren!
Wärme rief der Heil’ge wach 
auf verschneiten Fluren!"


Damit verabschiedet das Lied König und Knappe in die Winternacht. Es endet mit der Einsicht: Reichtum verpflichtet. 

"Deshalb, Christen, glaubet mir, 
hat euch Gott gegeben,
gebt auch euren Nächsten ihr, 
wird euch Gottes Segen!"


Wer die Armen mit Wohltaten segnet, findet selbst Segen. Das klingt wie ein "quid pro quo": Ich gebe etwas, damit ich dafür etwas zurückerhalte. Helfen aus Eigennutz. Aber eigentlich beschreibt der Schluss des Liedes einfach die Erfahrung, die viele kennen: Es macht glücklich, wenn ich für andere etwas tun kann. Es bringt Segen.  

Wenzel erhält etwas zurück. Der König erlebt ein Fest mit den Armen zusammen. In dem Bilderbuch "Das Fest des Stephan" aus den 1990er Jahren sieht man, wie Wenzel, sein Knappe und die Familie des armen Mannes feiern.
Im frühen Christentum galt Armut als eine Lebensform, die die Menschen Gott und Jesus näherbringt. Früher haben Mönche absichtlich so gelebt. Auch heute noch sind in vielen Religionen Arme so etwas wie heilige, wichtige, würdige Personen. 


Armut als selbstgewählte Lebensform ist etwas anderes als das Elend, wenn man nicht weiß, wie man sich und die Familie ernähren soll. Die Kluft zwischen Armut und Reichtum lässt sich nicht abschaffen. Aber man kann sie immer wieder überbrücken. Dafür stehen Reiche in der Pflicht. Die Bibel setzt auf das Wohlwollen und die Kooperation von Menschen mit viel Eigentum. Christinnen und Christen rechnen mit dem Grundsatz "Reichtum verpflichtet". Das prägt bis heute christliches Engagement in der Gesellschaft. König Wenzel im Lied nimmt das ernst. Er nutzt seinen Rang und Reichtum, um einem armen Mann und dessen Familie zu helfen. 

Das Lied erzählt eine tiefergehende Geschichte von einem guten Reichen und Mächtigen. Solche Helfergeschichten sind wichtig, weil sie das Zwischenmenschliche, die Würde und die Motivationen des Helfens nach-spürbar machen. Sie füllen sie mit Farben und Gerüchen und guten Gefühlen. Sie zeigen: Helfen ist ein Erlebnis, ein Wunder für alle Beteiligten. 

Es führt in die Tiefen des Helfens, wenn im Schnee Wärme aufkommt. Das Lied zeigt: Alle, Helfende und Betroffene, haben etwas davon. Alle kommen in der Geschichte vor und teilen etwas miteinander. Der König schenkt dem armen Mann etwas, das ihm zusteht: Existenzsicherung. Der arme Mann schenkt dem König etwas, Gemeinschaft. Und der Knappe erlebt: Herzenswärme wirkt. Sogar gegen die Kälte und den Schnee. 

Helfen verbindet. Es führt Menschen zusammen. Sie nehmen einander wahr und finden einen Anhalt für ihre Seelen. Es gibt diese gefühlvolle Seite des Helfens. Selbstverständlich braucht es auch die andere Seite, die sachliche, nüchterne: staatlich garantierte Rechte auf Unterstützung, wenn man in Not ist. Dazu gehören zugängliche Behörden, verständliche Formulare, um Hilfe zu beantragen, kurze Dienstwege. 

Aber das hätte weniger Farbe und Klang, gäbe es nicht die Legenden und Lieder, wie Helfen alle Beteiligten stärker werden lässt. Helfen lässt leuchten wie die Spuren des Königs Wenzeslaus im Schnee. Herzenswärme mitten im kalten Winter. In the Bleak Midwinter. 

Die Legende vom Guten König Wenzeslaus nimmt ein Motiv auf, das es in vielen Kulturen und Religionen gibt: Jemand ist reich und mächtig. Er muss nicht, aber entscheidet sich dafür, etwas davon abzugeben für die, die es bitter nötig haben. Er verlässt seine Blase der Reichen und Schönen, trifft auf die Lebenswelt von Armen und findet dort seine Erfüllung. 

Das gibt es immer wieder. Siddharta Gautama, der Begründer des Buddhismus, Muḥammad, der Prophet des Islam. Im Christentum Franz von Assisi, Elisabeth von Thüringen, Albert Schweitzer. Sie legen Reichtum ab oder setzen ihn dafür ein, Armen das Lebensnotwendige zu geben. 

Der historische Wenzeslas, der Sohn von Vrtatislaus, dem I. ist Christ erst in der zweiten Generation. Seine Mutter wurde erst bei ihrer Hochzeit getauft. Wenzel führt germanische Priester ein und wechselt zum lateinischen Ritus. Er errichtet den Vorgängerbau des heutigen Veitsdom in Prag. Wenzeslas wurde direkt nach seinem Tod zum Heiligen gesprochen. Es entstand ein Kult um Wenzel im damaligen Böhmen. Es gibt vier Biografien. Diese Heilgenschriften hatten einen Einfluss auf das mittelalterliche Verständnis vom "gerechten König". 

Seit dem Kirchenvater Augustinus galt: Wer König ist, muss gerecht sein. Zum Wesen von Reichen und Mächtigen gehört Gerechtigkeit. Augustinus schreibt: "Wenn die Gerechtigkeit entfernt wird, was sind Reiche anderes als große Räuberbanden?" 

Der König ist von Gott eingesetzt. Aber auch Könige sind Gott verantwortlich. Wie Wenzel sein Königsein mit Gerechtigkeit erfüllt, beschreibt legendär eine Chronik des damaligen Kirchenhistorikers Kosmas von Prag: 

"Und wahrlich, mit Gottes Gnade erlernte Fürst [Wenzel] nicht nur die Schrift, sondern wurde im Glauben vollkommen. Gemäß den Worten des Evangeliums tat er Gutes an allen Armen, kleidete die Nackten, speiste die Hungrigen und nahm Reisende auf. Er verteidigte Witwen, hatte Erbarmen mit dem Volk – den Bedürftigen wie den Reichen –, diente denen, die für Gott arbeiteten, und schmückte viele Kirchen mit Gold. Denn er glaubte von ganzem Herzen an Gott und tat, so gut er konnte, alles Gute in seinem Leben." (Kantor, 61-62, Übers. Autor) 

In dieser Legende klingt durch, wie Jesus Christus im Matthäusevangelium den Einsatz für Bedürftige beschreibt, die sogenannten diakonischen Werke: den Nackten kleiden, den Hungernden speisen, den Fremden beherbergen. 
Ähnlich legendär, aber ein bisschen lebensnäher beschreibt die Niederschrift eines Priesters aus dem 12. Jahrhundert, wie König Wenzeslaus Armen geholfen hat: 

"[Es] zweifelt niemand daran, dass er jede Nacht barfuß und nur mit einem Kammerdiener von seinem edlen Bett aufstand, um die Kirchen Gottes zu besuchen und Witwen, Waisen, Gefangenen und allen, die von Not geplagt waren, großzügig Almosen zu geben, sodass er nicht als Fürst, sondern als Vater aller Elenden galt." (Hecht, 58) 

Ein königlicher, alternativer Sankt Nikolaus oder ein diakonischer Weihnachtsmann. Dazu passt, dass in allen Darstellungen Wenzeslaus im roten Mantel mit weißem Fellbesatz, weißem langem Bart und roter Mütze gezeigt wird. Er hat an seiner Seite einen grün gekleideten Begleiter, beladen mit Geschenken im Schnee. Jahrzehnte vor der Erfindung des Santa Claus von Coca Cola in den 1930er Jahren.

Zur Geschichte von König Wenzeslaus gehört sein Page oder Knappe, der ihn auf dem Weg zum armen Mann begleitet. Er steht im Windschatten der Macht. Der König empowered, ermächtigt den schwächeren Pagen. Als der im Schneesturm nicht mehr weiterkann, lässt König Wenzel ihn hinter sich gehen. Er hält den Wind für ihn ab. In seinen Fußspuren kann der Knappe leichter durch den Schnee gehen. 

Ohne den Knappen würde die Hilfe nicht funktionieren. Er trägt die Lebensmittel und das Feuerholz für den armen Mann, dem die beiden helfen wollen. Der König organisiert Nachfolge und Nachhaltigkeit. 

Der Page lässt sich auf alle beziehen, die im Schatten der Macht helfen. Über die notwendigen Ressourcen verfügen andere. Aber es braucht die Menschen, die die Ressourcen dorthin bringen, wo sie gebraucht werden. Ich denke an Einzelne, aber auch an Hilfswerke wie Diakonie und Caritas. Auch sie können nur helfen, weil andere ihnen ihre Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Dazu tragen viele kleine Einzelspenden bei, aber auch das, was Reiche geben so wie einst der legendär gute König Wenzeslaus. 

Der Knappe geht im Windschatten und in der Spur des Königs. Das ist auch ein Bild dafür, was ich brauche, wenn ich nachhaltig helfen will: Spuren, an denen ich mich orientieren kann. Wärme und Anerkennung, die Kraft zum Weitermachen geben.  

Im Lied erlebt der Page ein Wunder: Die Spuren des Königs im Schnee sind warm. Dadurch kann er trotz Kälte weitergehen. In den Fußspuren von Heiligen und Heiligem sein, ermöglicht, weiter zu kommen, als die eigenen Kräfte reichen. Mehr als geht. Mit der Wärme unter sich, mächtigen und überzeugten Leuten vor sich und einer langen kalten Nacht drum herum. 

Der König, der Knappe, der arme Mann. Das Lied "Good King Wenceslas" bietet mehrere Rollen an, in denen ich mich wiederfinde: Ich bin kein König, aber ich habe Möglichkeiten. Wo sehe ich Menschen, denen ich davon etwas abgeben kann, weil sie Hilfe brauchen? Wo bin ich wie der Knappe in den Fußspuren anderer unterwegs, wärme und stärke mich an deren Herzenswärme? Und auch wenn ich nicht materiell arm bin: Wo brauche ich selbst Hilfe? 

Wenn’s gut geht wie im Lied vom Guten König Wenzeslaus, dann lässt Herzenswärme Wunder wahr werden. 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Lieder dieser Sendung:
1. Philadelphia Brass, Track 11 komplett
2. Winchester Cathedral Choir, erste Strophe
3. Philadelphia Brass, A Festival of Carols in Brass
4. Winchester Cathedral Choir
5. King’s College Choir, Track 4 in the Bleak Midwinter
6. King’s College Choir, Track 2, A Tender Shoot
7. Noch einmal das Lied "Good King Wenceslas"

Literatur dieser Sendung: 
Marvin Kantor, The Origins of Christianity in Bohemia, Evanston, Illinois, 1990. 
F. Hecht, Das Homiliar des Bischofs von Prag, Beiträge zur Geschichte Böhmens, Band I, Prag, 1863, S. 58.