Wird die Erde eines Tages in der Sonne verglühen? Oder hat die Menschheit vorher den Planeten eigenhändig zugrunde gerichtet? Jenseits solcher Szenarien gibt es Grund, optimistisch zu sein.
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"Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende." Dieser Satz wird gerne zitiert und meistens John Lennon oder Oscar Wilde zugeschrieben. Stimmt aber wohl beides nicht. Vermutlich stammt das Zitat von Fernando Sabino, einen brasilianischen Schriftsteller. 1988 erzählt er in einem Buch, wie ihn sein Vater aufgemuntert hat. Mit diesen Worten: "Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende."
Der Satz enthält eine große Portion Optimismus, verfeinert mit einer Prise Geduld. Bei mir wirkt das. Dabei nennt der Satz gar keinen Grund dafür, warum ich positiv in die Zukunft schauen kann.
Aber es gibt einen. Und der steckt in der Adventszeit, zumindest aus christlicher Sicht. Der Advent ist bekannt als Wartezeit auf Weihnachten, auf das Geburtsfest von Jesus Christus. Aber der Horizont der Adventszeit reicht weit über die Ankunft Jesu hinaus, bis ans Ende, das ganz große Ende.
Darüber wird selten gesprochen. Die meisten Menschen sind stark mit dem Hier und Jetzt beschäftigt. Da bleibt wenig Raum für Gedanken über das große Ende.
Aber die christliche Hoffnung reicht so weit – und sogar darüber hinaus. Wenn es so weit ist, wird Jesus Christus wiederkommen. Er wird die Erde verwandeln. Was dann geschieht, weiß niemand genau. Aber der Glaube bewahrt Bilder dafür: So ist die Rede von einem "ewigen Freudensaal".[1] Es wird ein Friedensreich sein, im Einklang mit Gott. Darin leben die Menschen vereint zusammen[2]. Am Ende wird also alles gut. Und deshalb gilt: Solange das nicht eingetreten ist, kann die Geschichte der Erde noch nicht zu Ende sein.
Das ist eine hoffnungsvolle Vision. Ihr stehen allerdings andere Szenarien entgegen. Etwa aus der Astrophysik. Der zufolge wird die Erde am Ende verglühen, weil die Sonne explodiert. Das soll allerdings erst in fünf Milliarden Jahren geschehen. Aktuell muss sich davor also niemand fürchten. Dennoch wirkt sich das heute schon aus, so scheint mir. Denn man hat das im Hinterkopf: Am Ende verglüht sowieso alles.
Sehr viel konkreter ist das, was Wissenschaftler über die Entwicklung der Umwelt sagen. Sie zeigen seit Jahrzehnten ein düsteres Szenario auf. Darin beutet die Menschheit die Erde allzu sehr aus. Deshalb wird sie schrittweise veröden. Eigentlich wissen das fast alle. Auch dass man das abwenden kann, könnte: mit einem gemeinsamen Kraftakt. Dennoch, so habe ich den Eindruck, nehmen viele das nicht wirklich ernst. Einige denken, das böse Ende sei ohnehin nicht zu verhindern. Da wollen sie lieber jetzt ihre Lebensparty feiern, solange das noch geht.
Ob das klappt? Ich kann nicht gut leben mit der Aussicht auf ein böses Ende. Lieber halte ich mich an die Hoffnung, die mir mein Glaube schenkt: Ich glaube an die große Versöhnung mit Gott am Ende aller Zeiten. Versöhnung auch unter den Menschen – ja sogar mit der ganzen Schöpfung Gottes. Das wird etwas ganz Neues sein, jenseits unseres heutigen Horizonts.
Diese Hoffnung haben die Philosophen Karl Marx und Ludwig Feuerbach scharf kritisiert als "Jenseits-Vertröstung". Als "Opium für das Volk", gemacht um Menschen ruhig zu stellen. Ihre Kritik war damals vielleicht nicht ganz falsch. Jedenfalls hat sie gesessen. Viele christliche Stimmen sprechen heute lieber über das Diesseits. Darüber, wie das Leben hier und jetzt gelingen kann.
Für mich ist das aber gar kein Widerspruch. Im Gegenteil: Für mich gehört beides zusammen: das Hier und Heute und die Frage: Wo führt es hin? Mit einem bösen Ende könnte ich nicht gut leben. Fröhlich bin ich nur, wenn ich hoffen kann: Am Ende wird alles gut. Dafür lohnt es sich zu leben, zu glauben und aktiv einzustehen.
Es gilt das gesprochene Wort.
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