Alles Liebe! Zum Valentinstag erzählt unsere Autorin von der Kraft der Liebe, die nicht nur Paare verbindet. Sie kann die Welt zum Guten bewegen.
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"Im Strom der Liebe" – so stelle ich mir das vor, was passiert ist, als Jesus im Jordan getauft wurde. Die Bibel erzählt: Jesus stieg nach seiner Taufe aus dem Wasser und der Himmel hat sich geöffnet und der Geist Gottes kam auf ihn herab.
Ich stelle mir das ganz bildlich vor: Einer steigt aus dem Fluss und aus dem Himmel kommt der Geist herab. Und der eine steht da mitten drin. Da sind die Menschen um ihn herum, und da kommt die Liebe "von oben": "Das ist mein geliebter Sohn!" Wow! Ein Strom der Liebe.
Das muss wunderschön sein. Sich so getragen fühlen. Ganz dazu gehören. Mittendrin. Ich kenne das, dieses unbestimmte Gefühl, sich ganz in etwas hineinfallen zu lassen, ganz da zu sein, ganz Körper, ganz Gefühl. Bei Konzerten kann das passieren: so viele Menschen, die alle gebannt sind von der Musik, von der Performance, von der Persönlichkeit auf der Bühne.
Ich kenne diesen Wunsch, sich ganz hineinbegeben zu wollen, präsent und ganz nah, andere Menschen um mich zu haben, denen es genauso geht. Dann will ich spüren, wie das ist "im Strom der Liebe". Und das will ja Religion auch, das will jede Religion, wenn sie gut ist. Sie will uns hineinnehmen in den Strom der Liebe, in ihren Flow, in ihre Nähe zu Gott. In diesem Strom der Liebe liegt der Trost und die Kraft, die der Glaube geben kann. Ich suche danach im Gebet, im Pilgern, im Schweigen, im Singen, im Alltag.
Nur: machen kann ich das nicht. Das kann die schönste Musik nicht. Das entsteht. Das kommt. Das ereignet sich. Alles, was ich tun kann – und das ist schon sehr viel –, ist offen sein dafür.
Und damit rechnen. Mit dem Strom der Liebe rechnen und mich ihm anvertrauen: Du bist mein geliebtes Kind!
Der Strom der Liebe ist wie ein Stromkreis: Gottes Liebe und unsere Liebe untereinander bilden einen Kreis, in dem es strömt und fließt. Gott und wir bilden ein lebendiges Ganzes. Einen Stromkreis der Liebe und Gott ist der Generator dieser Liebe.
Das macht mich stark, wenn um mich rum nur noch das Recht des Stärkeren zu gelten scheint: "Drohen, motzen, Hauptsache ich!"
Nein, Stopp! Da will ich nicht hineingeraten. Dahin will ich mich nicht öffnen. Auch wenn ich es nicht immer beeinflussen kann, welche Nachrichten auf mich einströmen oder wer mich wie anredet von der Seite: Ich kann selbst entscheiden, für was ich mich öffne: für den Strom des Schwachsinns oder für den Strom der Liebe.
Wenn man sich für den Storm der Liebe öffnet und in diese Richtung schaut, dann sieht man Menschen, die sich auch nach Liebe sehnen, die einander helfen, die sich um Nachbarn kümmern, die freundlich lächeln, die einfach anpacken. Dann sehe ich mutige Menschen, die in den USA Migranten bei sich aufnehmen, die sonst willkürlich von ICE, der Einwanderungs- und Zollbehörde, festgenommen und aus dem Land geworfen würden.
Dann sehe ich in Israel und Palästina Menschen, die aufeinander zugehen, zusammen geschlossen in dem großen Bündnis mit dem Namen "It‘s Time" – 60 Friedensinitiativen, die sagen: Es ist Zeit für den Frieden!
Dann sehe ich immer noch und immer wieder mutige und unerschrockene Männer und Frauen im Iran, die für ein Leben in Freiheit auf die Straße gehen.
Ich glaube: Ein Strom der Liebe leitet sie.
Dieser Strom der Liebe hat Gesichter. Deins und meins und immer wieder Gottes Gesicht. Wir können eintauchen, mitfließen im Flow, uns stärken lassen und dann wieder auftauchen, frisch und gewiss: Ich bin Gottes geliebtes Kind.
Es gilt das gesprochene Wort.
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