Gemeinfrei via Fundus/ Tobias Frick
Jeck-Sein und Feiern gelingt Katholiken besser als Evangelischen. Warum ist das so?
Da gibt’s nichts zu lachen?
Faschingsdienstag und puristische Protestanten
17.02.2026 06:20

Jeck-Sein und Feiern gelingt Katholiken besser als Evangelischen. Warum ist das so?

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Ich bin Christ, und wir Christen haben immer gute Laune, ein gutes Herz und für alle ein gutes Wort. Wir sind stets einer Meinung, streiten uns nie und haben uns alle lieb. Wir können über alles reden und über alle auch, solange die nicht da sind. Wir schauen nur auf die Seele und sind auch ohne Schminke schön. Wir haben ein Kreuz am Hals, einen Fisch am Auto und essen freitags Fisch. Wir singen fromme Lieder, hören Orgelmusik und sofort auf, wenn es dich stört.

So sind sie nun eben, die Christinnen und Christen. Fortwährend so rechtschaffend und gut, dass sie wenig zu lachen haben. Bis zum Mittelalter war es tatsächlich vielerorts verpönt, in der Kirche zu lachen. Lachlust galt oft als sündhaft. Bevor man sich totlacht oder aus dem Lachen nicht mehr herauskommt, kam man besser erst gar nicht hinein.

Wenn man sich in manchen Kirchengemeinden heute so umschaut, scheint diese Zeit noch anzudauern. Besonders in den evangelischen. Denn das Frohsein gelingt den katholischen Glaubensgeschwistern oft besser. Dort stehen hoch Heiliges in sakramentalen Ämtern und leicht Lustiges im Pfarreileben mitunter recht entspannt nebeneinander.

Auch Karneval und Fasching entstammen katholisch geprägten Gebieten – heute ist Faschingsdienstag. Wenn das Treiben dann allzu menschlich wird, kommt morgen Asche auf die Haut des Hauptes und es folgen wieder kargere Tage.

Nun passt eine protestantisch-puristische Lebenshaltung recht gut in die unsere Welt, in der es oft nicht viel zu lachen gibt. Aber man braucht gerade in meiner evangelischen Kirche viel Sinn für Heiterkeit, auch und vor allem über uns selbst. Mit Humor lassen sich einige evangelische Eigenheiten besser verkraften.

Wenn sich zum Beispiel der Kirchenvorstand trifft und man den Eindruck hat, hui, hier sitzen die letzten deutschen Universalgelehrten beisammen. Der fair gekaufte Kaffee wird in homöopathischen Dosen aus Früchteteekannen ausgeschenkt. Und es schmeckt so, wie‘s im Gemeinderaum riecht. Das alles ist durchaus ein liebevolles Lächeln wert.

Ich hoffe und glaube, Jesus sieht uns dabei wohlwollend zu. Auf ihn geht die frohe Botschaft zurück. Denn das bedeutet "Evangelium" wörtlich übersetzt: frohe Botschaft. Das dürfen Christen gern auch ihrem Gesicht sagen. Denn der Volksmund weiß, ganz hochtheologisch: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Es gilt das gesprochene Wort.

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