Gemeinfrei via Fundus/ Verena Hilß
Was bisher Sicherheit gab, bricht weg. Der Druck ist groß: Es muss anders werden. Wir müssen anders werden. Das zehrt an Kräften und Nerven. Unserem Autor macht ausgerechnet ein Bibelwort Mut, das alles neu machen will.
Alles neu?
Verheißung trifft auf Veränderungsmüdigkeit
21.02.2026 06:20

Was bisher Sicherheit gab, bricht weg. Der Druck ist groß: Es muss anders werden. Wir müssen anders werden. Das zehrt an Kräften und Nerven. Unserem Autor macht ausgerechnet ein Bibelwort Mut, das alles neu machen will.

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"Ich mache alles neu." Wie klingt das? Anstrengend, weil ich vielleicht gar nicht alles neu haben will? Verheißungsvoll, weil ich froh bin, wenn endlich alles besser wird oder sogar richtig gut? "Siehe, ich mache alles neu." Das sagt Gott im letzten Buch der Bibel, dem Buch der Offenbarung. Dieser Satz ist die ökumenische Jahreslosung für 2026.

Ich mache alles neu, sagt Gott. Wir aber sagen: Ach, oh und weh! Muss das sein, muss das denn wirklich sein? Wir haben uns doch gerade erst eingerichtet, wir haben uns doch gerade erst gut eingerichtet, haben uns eingefunden und abgefunden und finden das gut. Es verändert sich doch sowieso immer so viel, man kommt kaum noch hinterher. Alles verwandelt sich, alle verändern sich.

Wir sind veränderungsmüde geworden. Darum wären wir froh, wenn endlich einmal alles bleibt, wie es ist, beim Alten und wie wir es kennen. Manchmal möchte ich darum flehen: Gott, kannst du das bitte lassen mit dem alles Neumachen? Kannst du uns und alles so lassen wie es ist, lieber Gott?

Gott aber sagt am Ende der Bibel: Siehe, ich mache alles neu. Und wir sollen aufmerken, bevor uns Hören und Sehen vergeht. Gott sagt: Siehe. Da schärfen wir Sinn und Sinne, denn Gott, die unergründliche Ursprungskraft von allem und allen, macht.

Gott hat die Macht zu schaffen, wieder Neues zu erschaffen, und macht einfach los. Und siehe, es war sehr gut. So heißt es am Anfang, als Gott geschaffen hat Wasser und Wolken, Sonne und Sterne, Berge und Bäume, Kraut und Rüben, Hund und Katz, Hinz und Kunz, Saus und Braus.

Und nun schafft Gott wieder neu. Das macht für mich den Unterschied: Nicht ich muss ständig alles neu machen und selber anders werden. Mich anpassen, fit für die Zukunft aus Angst, ansonsten nicht mitzukommen, nicht mitzuhalten, zurückzubleiben, unterzugehen. Gott sagt: "Siehe, ich mache alles neu." Der Satz bekommt einen sanften Klang, als würde Gott sagen: "Keine Sorge! Das wird schon!" Ich kann Gott machen lassen und schauen, wo und wie ich daran mitwirke.

Seht darum nach und seht nach vorn.

Seht, was werden will und wie Gott sich das gedacht hat mit der Welt und mit uns Menschen. 

Da dürfen wir hinschauen, zuhören und sogar mitmachen.

Denn Neues will werden. Sehr ihr es schon?

Es gilt das gesprochene Wort.

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