Gemeinfrei via Fundus/ Martin Kirchner
Namen
Was sagt mein Name über mich?
Autor
26.05.2026 06:20

Lisa Gottsegen. Lina Unglaube. Keine Erfindungen, so heißen Menschen wirklich. Aber auch Heinz Schmidt oder Mira Körlin – Namen erzählen Geschichten und prägen uns. Schließlich tragen wir sie oft ein ganzes Leben lang.

Sendetext:

Die Frau des Schauspielers Dustin Hoffman heißt Lisa Gottsegen, die Kollegin eines Bekannten: Lina Unglaube. Ungewöhnliche Nachnamen sind das. Ob Frau Gottsegen ihr Name etwas sagt? Und – wenn ja – ob das für sie persönlich etwas bedeutet? Und ist Lina Unglaube ihr Name gleichgültig? Schmunzelt sie drüber?

Namen faszinieren mich. Ich schaue gerne nach, was sie bedeuten, wo sie herkommen. Und ich frage mich, warum sie vergeben wurden. Manche Nachnamen sind abgeleitet von dem Ort, aus dem die Vorfahren ihrer Träger stammen. Die Familie von Rudolf Mauersberger, vor 100 Jahren Organist in Aachen, dann Landeskirchenmusikwart in Eisenach, später Kreuzkantor und Leiter des Dresdner Kreuzchores, stammt aus dem erzgebirgischen Mauersberg. Bauer, Böttger, Fischer, Köhler, Stellmacher - viele Nachnamen stammen von Berufen ab. Sie zeigen uns heute noch etwas von den spezialisierten Gewerken vergangener Zeiten.

Ich selbst habe – für meine Generation und geboren in der DDR – einen eher seltenen Vornamen. Mira. Als Kind mochte ich ihn nicht. Er war zu außergewöhnlich. Heute trage ich ihn gern und danke meinen Eltern, dass sie ihn für mich ausgesucht haben. Insgeheim habe ich mich einmal sehr gefreut, als jemand zu mir sagte: "Dein Name passt zu dir." "Mira" kommt aus dem Lateinischen und heißt "die Wunderbare". Aber es gibt ihn auch im Slawischen: Mira, die Friedvolle.

Vornamen kommen manchmal auch von einem Namenspatron. Das sind Personen der Bibel oder Heilige. Ihr Wirken soll dem Kind ein Vorbild sein. Durch die Parallele im Namen lernt es die Person kennen. Die inzwischen erwachsenen Söhne eines Freundes heißen Benedikt und Leo. Zu ihrer Geburt war allerdings nicht absehbar, dass es bald Päpste mit gleichem Namen geben würde. In katholischen Gegenden oder unter orthodoxen Christen wird der Namenstag genauso gefeiert wie der Geburtstag. Eine schöne Tradition, denn unser Name begleitet uns unser ganzes Leben. Er macht uns zu etwas Einmaligem. Zu einem Menschen mit einer Herkunft und einer Geschichte, mit Träumen, mit Zielen und Fragen. Zu einem Menschen, den Gott gewollt hat, den Gott liebt und zu dem Gott sagt: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein."

Es gilt das gesprochene Wort.

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