"Vom Himmel hoch..."

Weihnachtsfiguren aus Holz Krippe

Gemeinfrei via unsplash/ Dan Kiefer

"Vom Himmel hoch..."
Alte und neue Lieder zur Weihnachtszeit
20.12.2020 - 07:05
Über die Sendung:

Der "Feiertag" im DLF zum Nachhören und Nachlesen.

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Sendung nachlesen:

Alle Jahre wieder kommt die Zeit der Lichter in unsere Straßen –
und in die Schaufenster und Wohnzimmer die Zeit der Engel.
Auch in diesem besonderen Jahr, in dem viele die Lichter und die Engel mit anderen Augen sehen.
Übrigens wimmelt es auch in den Weihnachtsgeschichten der Bibel von Engeln.

Sie singen und jubeln gute Nachrichten:

“Heute ist der geboren, der Euch erlösen wird – von allem, was Euch bedrückt.

Ehre sei Gott in der Höhe! Gloria in excelsis Deo!”

So erzählen es auch viele Weihnachtslieder, z.B. dieses. Es stammt aus Frankreich.

Engel haben Himmelslieder auf den Feldern angestimmt.
Echo hallt vom Berge wider, dass es jedes Ohr vernimmt.

Gloria in excelsis Deo! Gloria in excelsis Deo!                                    

Mit einer Engelbegegnung hat alles angefangen.
Ein Engel kommt zu Maria.  

Sie erschrickt.

Ein Engel.

Wie kann so was möglich sein?

Sie ist doch noch ein junges Mädchen.

... und dann noch: Was er zu sagen hat...

Aber er kommt ganz nah an sie heran,

legt ihr die Hand auf – wie zu einem Segen –

und sagt:

„Bei Gott ist nichts unmöglich.“
Da wird es hell in ihr – und sie hat das Gefühl: Überall ist es auf einmal hell...
„Nenne das Kind, das Du bekommst, ‚Jesus’.
Gib ihm den Namen, der sagt: ‚Gott hilft’, ‚Gott rettet’.“

Maria weiß nicht, wie ihr geschieht –

Aber sie antwortet: „Ich will ganz für Gott da sein.“

Diesen und andere Engel

wird Maria seit dieser ersten Begegnung noch öfter erleben.

Du bringst mir eine gute Nachricht.
Du machst mein Leben froh.
Wenn du da bist, wird mein Leben leicht.
Du öffnest eine Tür zu einer andren Wirklichkeit,
die übersteigt Raum und Zeit.
In deiner Nähe habe ich den Himmel erblickt.
Du bist ein Engel, ein Engel - von Gott geschickt.
Du bist ein Engel, ein Engel - von Gott geschickt.

Du bringst mir Licht in meine Zeiten.

Du schenkst mir neue Kraft.

Wenn du da bist, wird mein Leben leicht.                     
Du öffnest meine Tür zu einer andren Wirklichkeit,
die übersteigt Raum und Zeit.
In deiner Nähe…


Mit einer Engel-Begegnung hat alles angefangen... –
Sie hat das Leben von Maria hell gemacht.
Deshalb die Lichter in der Advents- und Weihnachtszeit.
Licht – wir fangen mit einem an – und es werden immer mehr.
Sie helfen uns, in jedem Jahr den Weg nach Bethlehem neu zu gehn -
zu dem Kind, das die Welt hell – licht - gemacht hat.


Gold’nes Licht, goldenes Licht auf grünen Zweigen.
Hand in Hand schreiten wir den frohen Reigen.
Lasst uns gehn, lasst uns gehn nach Bethlehem.
Lasst uns gehn, lasst uns gehn nach Bethlehem.                                 


Die ersten, die mit vielen anderen zusammen nach Bethlehem gehen,
sind Maria und Josef.
Sie müssen es tun – so die biblische Geschichte.

Da machen sich alle auf, um sich in die Steuerlisten eintragen zu lassen -
in ihrer Heimatstadt.
Auch Josef geht von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa,
nach Bethlehem, zur Stadt Davids.
Denn er stammt aus dem Königshaus und der Familie Davids.
In Bethlehem will er sich in die Steuerlisten eintragen lassen -
zusammen mit Maria, seiner Verlobten;
die ist schwanger.


Während sie dort sind, kommt die Zeit der Geburt.
Und weil die beiden keine Unterkunft in einer Herberge bekommen,
geschieht es dann in einem Stall,
in einer Höhle für Tiere – für Schafe und Ziegen.

Und sie bringt ihren ersten Sohn zur Welt - und wickelt ihn in Windeln
und legt ihn in eine Krippe;
denn sie hatten keinen Raum in einer Herberge bekommen.


Jesus ist geboren in Bethlehem und überall.
Das Wunder, das uns menschlich macht, beginnt im armen Stall.
Jesus ist geboren in Bethlehem und überall.
Das Wunder, das uns menschlich macht, beginnt im armen Stall.

Das  Kind wird euer Bruder sein, wird euer Leben teilen.
Das Kind wird euer Friede sein, wird euch aus Liebe heilen.

Jesus ist geboren in Bethlehem und überall.
Das Wunder, das uns menschlich macht, beginnt im armen Stall.
Jesus ist geboren in Bethlehem und überall.
Das Wunder, das uns menschlich macht, beginnt im armen Stall.                   


Im Stall von Bethlehem ist es eng.

„So viele Engel hab ich ja noch nie auf einmal gesehn“ –

sagt ein kleiner Engel etwas ungläubig.

Und alle wollen etwas sehn.

Schließlich wird nicht jeden Tag ein Kind im Stall geboren –

Und schon gar kein JESUS.

 

...ja, und dann müssen sie sich den Platz noch mit den Tieren teilen.

Die meisten von denen riechen auch noch etwas streng.

 

Und dann diskutieren die auch noch, erzählt die folgende Geschichte.

Zu der Frage: Was ist wohl die Hauptsache an Weihnachten...

"Na klar, Gänsebraten", sagt der Fuchs,

"was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!" –

"Schnee", sagt der Eisbär, "viel Schnee".

Und er schwärmt verzückt: "Weiße Weihnachten"". –

Das Reh sagt: "Ich brauche aber einen Tannenbaum,

sonst kann ich nicht Weihnachten feiern." –

"Aber nicht so viele Kerzen", heult die Eule,

"schön schummrig und gemütlich muss es sein,

Stimmung ist die Hauptsache." –

"Aber mein neues Kleid muss man sehen“, sagt der Pfau,

"wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten." –

"Und Schmuck“, krächzt die Elster, „jedes Weihnachtsfest kriege ich was:

Einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette –

das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten." –

"Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen", brummt der Bär,

"das ist doch die Hauptsache,

wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen,

dann kann ich auch auf Weihnachten verzichten!" –

„Machs wie ich", sagt der Dachs, "pennen, pennen, das ist das Wahre.

Weihnachten heißt für mich: mal richtig pennen." –

"Und saufen", ergänzt der Ochse, "mal richtig einen saufen –

und dann pennen."' –

Aber dann schreit er "Aua",

denn der Esel hat ihm einen gewaltigen Tritt versetzt:

"Du Ochse, guck doch mal: das Kind?"

Da senkt der Ochse beschämt den Kopf und sagt:

"Das Kind, ja, das Kind, das ist doch die Hauptsache." –

"Übrigens“, fragt er dann den Esel:
"Wissen das die Menschen eigentlich?"
 

Ich stelle mir vor, wie kalt und feucht diese Nacht vor Bethlehem ist.

Wie die Hirten dort zusammensitzen. Sie haben ein Feuer gemacht.

Schauen in die Glut. Erzählen sich Geschichten.

All das macht die Kälte der Nacht ein wenig erträglicher.

Auf einmal wird es taghell.
Und da sind sie: Majestätisch stehen sie da – überall auf dem Feld: die Engel.

Wie eine mächtige Gesandtschaft des Himmels.

So selbstverständlich, als wären sie schon immer da gewesen.

Und einer erhebt die Stimme, ruft den Hirten zu:

 

„Habt keine Angst! Ich bringe Euch die gute Nachricht, die allen Völkern gilt.

Denn Euch ist heute der Heiland geboren - der, der die Menschen heil macht.

Geht nach Bethlehem und seht selbst:

Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Ehre sei Gott im Himmel.

Sein Friede kommt auf die Erde zu den Menschen, weil er sie liebt.“

 

Dann fangen die Engel an zu singen – mit tausend Stimmen:

Gloria in excelsis Deo. Ehre sei Gott in der Höhe.

Es klingt himmlisch.

 

Als der letzte Ton verklungen ist, sind die Engel plötzlich wieder weg.

Ja: vom Erdboden verschwunden.

Die Hirten sitzen um das Feuer. Keiner sagt ein Wort.

 

Doch dann löst sich ihre Erstarrung.

Sie jubeln: „Diese frohe Botschaft gilt uns! Sie wird unser Leben verändern.“

Und sie rennen aufgeregt los in Richtung Bethlehem,

so schnell ihre Füße sie tragen.


Als ich bei meinen Schafen wacht',
ein Engel mir die Botschaft bracht'.
Des bin ich froh, bin ich froh,
froh, froh, froh, froh, froh, froh!
Benedicamus Domino, benedicamus Domino.                                     

Er sagt’, das Kind läg da im Stall und soll die Welt erlösen all’.
Des bin ich froh, bin ich froh,
froh, froh, froh, froh, froh, froh!
Benedicamus Domino, benedicamus Domino.                                     

Die Weihnachtspredigt. Martin Luther brütet schon seit Stunden darüber.
Es wird schon dunkel, in den Gassen leuchten die ersten Lichter.

Da geht die Tür auf und seine Kinderschar springt herein.

Sie stellen sich auf und stimmen ein Lied an, das sie auf der Straße aufgeschnappt haben.
Ein Tanzlied – unheimlich bekannt war es damals.

Bei dem Tanz schenkten die Mädchen dem besten Tänzer und Sänger als Auszeichnung einen Kranz.

Ich kumm aus fremden Landen her und bring euch viel der neuen Mär,
der neuen Mär bring ich so viel. Mehr dann ich euch hie sagen will.
                  

Luther hat dieses Lied sofort aufgenommen:

‚Ich kumm aus fremden Landen her…’           

Ob das nicht zu verwenden wär?

Ich wollt schon längst ein Liedchen dichten,

um meinen Kindern zu berichten

die frohe sel’ge Engelskunde

von jener ersten Weihnachtsstunde.

Bracht nicht der Engel gute Mär?

Ja: Vom Himmel hoch, da komm ich her J

Jaja, das wird mein Weihnachtslied,

das durch die Kinderstuben zieht…“

Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär;

der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will.           

In den ersten Jahren wurde das Lied „Vom Himmel hoch...“ tatsächlich auf diese Tanzliedmelodie gesungen.

Fünf Jahre später, als alle seinen Text gut kannten,
hat Luther dann eine eigene Melodie zu dem Liedtext geschrieben –
die, die wir heut(e) noch singen.

Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer

Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein,

das soll eu’r Freud und Wonne sein.                                                           

Die Weisen aus dem Morgenland haben ihre eigene Weihnachtsgeschichte bekommen. 
Da gibt es keinen Stall, keine Krippe, keine Hirten und keinen Engel.
Dafür aber einen besonderen Stern.

Die Weisen aus dem Osten sind neugierige Menschen:
Sie forschen und suchen, halten Ausschau – nach allem Möglichen.
Dabei entdecken sie etwas, das sie erst recht auf die Suche schickt:
einen Stern, der vorher nicht zu sehen war.
Sie deuten den neuen Stern als Wink des Himmels.
Dieses Gotteszeichen lässt sie aufbrechen.

Sie ziehen los und legen einen weiten Weg zurück,
gehen durch Wüsten, über Grenzen.

Sie suchen und suchen...
...und vermuten die Geburt eines neuen Königs zunächst in einem Palast. 

Die heiligen drei Könige aus Morgenland,

sie frugen in jedem Städtchen:

Wo geht der Weg nach BethIehem,

ihr lieben Buben und Mädchen?

Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht.

Die Könige zogen weiter

und folgten einem goldenen Stern,

der leuchtete lieblich und heiter.                                          

Schließlich erreichen die drei Weisen das Ziel ihrer langen Reise.
Die biblische Geschichte erzählt:

Sie gehen in das Haus und finden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter,
und fallen nieder und beten es an
und tun ihre Schätze auf
und schenken ihm Gold, Weihrauch, und Myrrhe.“

Die Gaben der drei Weisen stehen für das Leben:
Das Gold wird zum Bild für den "Schatz",
zu dem ein Mensch für den anderen werden kann.
Seine Gaben können andere reich machen.

Der Weihrauch zeugt von unserer „Sehnsucht nach oben“.
Unsere Träume wandern in ein „Land“, in dem unsere Beziehungen gelingen.
Sehnsucht nach erfahrener Liebe.

Die Myrrhe ist Zeichen des Leidens: Bitter ist ihr Geschmack.
Bitteres mischt sich immer wieder in unser Leben.
 
Die Weisen bringen die ganze, die unbeschönigte Wirklichkeit:
Immer sind Gold und Weihrauch, Gold und Myrrhe nebeneinander da.
Und manchmal liegen sie ganz dicht beieinander: Erfüllung und Sehnsucht und Bitterkeit.

Davon können viele in diesem Jahr ein Lied singen.

Der Stern bleibt steh'n über Josephs Haus.

Da sind sie hineingegangen.

Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
die heil'gen drei Könige sangen.                                                       

Aufs Neue sind wir den Figuren der Weihnachtszeit begegnet:

Maria, dem Kind in der Krippe, den Engeln, den Hirten und den Weisen.

Sie alle sehen ihr Leben in einem neuen Glanz, sehen die Welt anders durch das,
was sie mit Gott erlebt haben.

Sie warten auch in diesem besonderen Jahr auf uns,

darauf, dass wir zur Krippe gehen
und dort das Wunder sehn, das da geschieht.

Und vielleicht wird sich wie in ihnen auch in uns der Glanz widerspiegeln,
in dem Gottes Liebe geboren wird. 
Und wir werden etwas davon ausstrahlen
und werden erzählen von dem, was wir da hören und sehen.

Zwischen Ochs und grauem Esel schläft das kleine Gotteskind.

Tausende von Engeln schweben in dem Stall,

in dem Gottes Liebe geboren wird.


In Marias zarten Armen schläft das kleine Gotteskind.

Tausende von Engeln schweben in dem Stall,

in dem Gottes Liebe geboren wird.

Zwischen aufgeregten Hirten schläft das kleine Gotteskind.

Tausende von Engeln schweben in dem Stall,

in dem Gottes Liebe geboren wird.

 

Unter hellen Wundersternen schläft das kleine Gotteskind.

Tausende von Engeln schweben in dem Stall,

in dem Gottes Liebe geboren wird.

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Musik dieser Sendung:

 

  1. Fritz Baltruweit / Volkslied, Gloria, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  2. Fritz Baltruweit, Du bist ein Engel, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  3. Fritz Baltruweit, Lasst uns gehen nach Bethlehem, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  4. Fritz Baltruweit, Jesus ist geboren, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  5. Fritz Baltruweit, In dulci jubilo, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  6. Fritz Baltruweit, Als ich bei meinen Schafen wacht, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  7. Fritz Baltruweit / Volkslied, Ich kumm aus fremden Landen, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Auf Luthers Spuren
  8. Fritz Baltruweit / Volkslied, Vom Himmel hoch…, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  9. Knabenchor Hannover, Track 09, CD-Titel: Vom Himmel hoch
  10. Fritz Baltruweit, Lied der Weisen, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  11. Fritz Baltruweit, Lied der Weisen, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder
  12. Fritz Baltruweit / Volkslied, Das kleine Gotteskind, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder

Fritz Baltruweit, Zu Bethlehem geboren, CD-Titel: Fritz Baltruweit, Advents- und Weihnachtslieder