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Durch bloße Vorstellungskraft ganze Traumwelten in echt entstehen lassen. Das zeigt der Hollywood-Film "Inception". Nicht aus Stein, aber zwischenmenschlich kann man tatsächlich Wunderwelten bauen.
Räume schaffen
Der Hollywood-Film "Inception" und die Stärke der Gedanken
12.12.2025 06:20

Durch bloße Vorstellungskraft ganze Traumwelten in echt entstehen lassen. Das zeigt der Hollywood-Film "Inception". Nicht aus Stein, aber zwischenmenschlich kann man tatsächlich Wunderwelten bauen.

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Vorstellung kann eine enorme Kraft freisetzen. Schon im Begriff "Vorstellungskraft" schwingt mit, wie dynamisch unsere Gedanken sein können. In dem Film "Inception" können Menschen mit ihrer Vorstellung Räume schaffen. Zimmer und Häuser, Straßen und Viertel, ganze Landschaften. In diesem Film, den der Regisseur Christopher Nolan bildgewaltig gedreht hat, lassen Menschen ihre Träume zu Wirklichkeit werden. Mit bloßer Gedankenstärke bauen sie, was sie im Kopf haben. 

In dem Film sind Architekten und Architektinnen besonders gut darin, denn sie wissen, was es in der realen Welt braucht, damit ein Haus steht. Darum können sie besonders überzeugende Traumwelten bauen. Und sie machen das leidenschaftlich. Denn das Bauen in der Vorstellung erlaubt es, die physikalischen Gesetze auszureizen.

In einer Szene im Film "Inception" flaniert einer der Charaktere die Straßen von Paris entlang und richtet ganze Straßenzüge im rechten Winkel auf. Paris klappt wie ein Würfel über der Person zusammen.

Regisseur Christopher Nolan schafft in diesem Film noch mehr atemberaubende Bilder: im Wasser, in Schneelandschaften, mit Gebäuden. Unmögliche Gebilde werden möglich. Die Penrose-Treppe zum Beispiel, die in einer endlosen Schleife immer wieder zur selben Stufe führt.

Wenn ich diesen Film sehe, wünsche ich mir, das auch zu können. Ganze Welten zu bauen, Räume zu erschaffen.

Nicht wie im Film, aber als innere Haltung beschreibt das in der Bibel der Psalm 31. Da sagt jemand zu Gott: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum." (Psalm 31,16)

Weiten Raum bereitet Gott für uns. Und wir können ihn so gestalten, dass wir die Gesetzmäßigkeiten, die wir für ewig halten, ausreizen. Indem wir Trauer zu Trost machen, Unsicherheit zu Mut und Einsamkeit zu Beisammensein.

Dafür braucht es unsere Vorstellungskraft, aber noch weitere Stärken. Manchmal Muskelkraft, manchmal Durchhaltevermögen, Mut, fast immer Einfühlungsvermögen und tatsächlich echte Räume. Kirchen erlebe ich als solche Räume. Mit ihren Altären und Kirchenbänken, mit ihren Gemeindehäusern und Kapellen. Das sind Gestaltungsräume, in denen ich mich als Ehrenamtliche kreativ ausgetobt habe und nun als Pfarrerin.

Damit bin ich gar nicht so weit weg von meinen Filmhelden und Filmheldinnen aus "Inception". Ich baue Räume, in denen Wunderbares passiert. Ich erlebe viel zwischenmenschlich Fantastisches und vor allem echtes Leben.

Es gilt das gesprochene Wort.

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