Manchmal fehlt einem der Glaube an eine gute Zukunft. Aber das Vertrauen anderer kann einen stärken.
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Damals war alles komplett durcheinander in Heikes Leben. Sie hatte das Gefühl, nur noch die Scherben ihres Lebens in den Händen zu halten. Das ist jetzt viele Jahre her. Ihre langjährige Beziehung war in die Brüche gegangen. Dabei hatten sie und ihr Freund noch ein Jahr zuvor Hochzeitspläne geschmiedet. Aber dann hat er Arbeit in einer anderen Stadt bekommen. Irgendwann haben sie aufgehört, an den Wochenenden zu pendeln. Die Liebe ist ihnen abhandengekommen.
Dann sagte Heikes Chef: Ihre befristete Stelle wird nicht verlängert. Mit tausend Gedanken im Kopf und Sorgen im Herz fuhr sie Auto. Sie hat nicht gesehen, wie der Wagen vor ihr bremst. Verkehrsunfall, Schleudertrauma, ein gebrochenes Bein, Prellungen am ganzen Körper.
Nun lag Heike im Krankenhaus. Alles tat weh, vor allem ihre Seele. Wie sollte es jetzt weitergehen? Lohnt es sich zu kämpfen? Für einen Moment war ihr bei dem Unfall der Gedanke durch den Kopf geschossen: "Jetzt ist alles vorbei!" In dem Moment war sie beinahe erleichtert.
Aber es war nicht vorbei. Nach ein paar Tagen im Krankenhaus wurden die körperlichen Schmerzen weniger, die seelischen umso stärker. Irgendwie hatte sie immer weitergemacht.
Heute ist Heike dankbar für diesen Nachmittag im Krankenhaus. Karin, eine Freundin aus dem Chor kam sie besuchen. "Du siehst traurig aus." Da bricht es aus Heike heraus. Sie weint. Dann endlich findet sie Worte für ihre Verzweiflung. Karin hört zu. Heike sagt: "Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll!"
Karin sagt nachdenklich: "Eine Lösung habe ich nicht. Ich kann dir nur sagen, was mir in solchen Situationen weiterhilft." Heike schaut sie fragend an. Karin fährt fort: "Mein Konfirmationsspruch ist aus einem Psalm. Er heißt: ‚Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen.‘ (Psalm 37) Meine Erfahrung ist diese: Gott hat mich in meinen Krisen getragen. Irgendwie hat sich eine neue Perspektive gefunden." Karin schaut Heike an: "Es wird weitergehen. Gott geht mit dir in die Zukunft. Daran glaube ich fest."
Karins Gottvertrauen hat Heike damals gestärkt. Gott sieht mich und wird die Dinge zum Guten ordnen. Erster Schritt war: ihre Trauer annehmen. Weinen. Dann langsam ins Leben zurückfinden. Sie hat eine neue Arbeit gefunden an einem anderen Ort. Genau dort ist ihr auch der Mann begegnet, mit dem sie heute glücklich ist. "Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird’s wohlmachen." Heike hat das erlebt, und Karin hat sie dazu ermutigt.
Es gilt das gesprochene Wort.
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