Gemeinfrei via Fundus/ Gerhard Friedrich Kupfer
Gottes Augenstern
Vom Schatten werfen
18.08.2026 06:20

Haben Sie schon einmal Ihren eigenen Schatten in den Himmel geworfen? Unser Autor findet: Das lohnt sich!

Sendetext:

Ich war länger krank, nicht lebensbedrohlich, aber an Leib und Seele schmerzhaft. Als hing eine Wolke zu lange über mir, ein dunkler Schatten. Jemand sagte zu mir: ‚Ein Zustand, den du nicht willst, verrät viel über dich. Schreib auf, was du denkst.‘ Ich habe es gemacht und bin erschrocken. Das Gute in meinem Leben habe ich nicht mehr gesehen. Alles war schlecht. Dann habe ich mich an ein Kinderspiel erinnert: ‚Schatten werfen‘.

Das geht so: An einem Sonnentag starrt man konzentriert auf den eigenen Schatten am Boden. Dann schwenkt man in einem Nu den Blick zum blauen Himmel – und sieht dort für Augenblicke die Fläche des eigenen Schattens. Aber: Vom Dunklen ins Helle verwandelt. Ein gutes Gefühl: Ich selber habe meinen Schatten in den Himmel geworfen. Heute denke ich, dass ich als Kind unbewusst darauf vertraut habe, dass dunkle und schmerzhafte Erfahrungen doch etwas Frohmachendes in sich bergen können. Und als ich erwachsen war und krank, habe ich wieder meine Schatten in den Himmel geworfen. Und mich in die Arme Gottes. War nicht alles gut. Aber heller. Geholfen hat mir dabei eine Liedzeile, die zu meinem beständigen Begleiter im Alltag wurde. Der Text ist ein Bibelvers (Ps. 17,8): Hüte mich wie den Stern deines Auges, birg mich im Schatten deiner Flügel.

Mit dem Augenstern ist der Augapfel eines Menschen gemeint, der viel Schutz benötigt. Deshalb haben alle Menschen Augenlider und Wimpern über den empfindlichen Augen. Ich bitte Gott immer wieder, so möge er auch mich schützen. Mich bergen, sogar verbergen unter dem Schatten seiner Flügel. Damit ich geborgen bin. Bei ihm. Als wäre ich sein Augenstern. Manchmal summe ich nur die Melodie vor mich hin, manchmal singe ich auch laut. Und ich halte Gott mein Herz hin, hebe es zu ihm empor, gerade dann, wenn alles blöd ist. Die Melodie dieses Liedleins habe ich behalten, verinnerlicht. Die singt sozusagen in mir drin, bis heute, als Bitte an Gott: Hüte mich wie den Stern deines Auges, birg mich im Schatten deiner Flügel. Nicht alles wird dann gut. Aber heller wird es.

Es gilt das gesprochene Wort.

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