Glücklich

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Was macht glücklich? Geld, Abenteuer, Selbstverwirklichung?

 

Im Laufe meines Lebens habe ich immer mehr Geld zur Verfügung. Angefangen mit dem Taschengeld von den Eltern über das erste selbst verdiente Geld durch Zeitungaustragen bis hin zum ersten Gehalt. Aber bin ich jetzt mit einem soliden Monatsgehalt glücklicher als in meiner Kindheit mit 5 Mark im Portemonnaie? Auch wenn es ohne Geld nicht geht, macht mich Geld allein noch nicht glücklich.

 

Sind es die unvergesslichen Abenteuer? Die Erlebnis-Branche boomt. Extremsport in den Alpen, Übernachten im Eishotel, Work’n‘Travel in Neuseeland. Solche Events führen zu spontanen Glücksgefühlen, unverwechselbaren Erinnerungen. Doch macht mich das auf Dauer glücklicher? Mit jeder dieser Erfahrungen steigt auch der Anspruch. Das nächste Mal muss der Berg höher, das Hotel weiter weg und die Reise noch aufregender sein. Sonst bin ich enttäuscht und das Glücksgefühl bleibt aus.

 

Lange schien mir Selbstverwirklichung ein Glückslieferant. Ich konnte frei entscheiden, ob ich Theologie oder doch lieber Event-Management studieren wollte. Selbstständig entscheiden zu können bedeutet Freiheit. So leben, wie es mir entspricht. Von niemandem vorgegeben. Selbst entscheiden zu müssen macht aber auch Druck: Mach dein Ding, werde du selbst, finde heraus, was du kannst und hol alles aus dir heraus. Und was passiert, wenn es mal nicht so läuft wie geplant? Was, wenn ich scheitere? Dann bin ich unglücklich.

 

Was macht mich wirklich glücklich? Geld, Abenteuer, Selbstverwirklichung?

Gott ist da natürlich auch kein Glücksgarant. Nicht weil ich glaube, werde ich automatisch ein glücklicherer Mensch. Doch bei der Frage, was mich glücklich macht, gibt mir mein Glauben wichtige Impulse.

 

Die erste Glücksformel der Bibel lautet: Jeder Mensch ist so, wie er oder sie ist, von Gott geliebt. Bedingungslos. Mein Leben ist sinnvoll, voller Wert, erfüllt – weil Gott mich liebt. Nicht, weil ich jetzt mehr Geld habe. Nicht, weil ich tolle Erfahrungen mache. Und nicht, weil ich alles, was geht, aus mir heraushole. Sondern weil Gott alles in uns Menschen hineingelegt hat. Das ist der Grundimpuls des christlichen Glaubens. Geliebt. Von Gott geliebt.

 

Menschen, die zu einer Gruppe, zu einer Gemeinschaft gehören, sind glücklicher. Das hat der Psychologe Robert Waldinger festgestellt. Dazuzugehören, gesehen und gebraucht zu werden führt zu mehr Glück im Leben – selbst dann, wenn äußere Glücksfaktoren ausbleiben.

Wem Glaube geschenkt wird, der ist schon in eine Gemeinschaft versetzt.
Er findet sich in der Gemeinschaft derjenigen wider, die vor ihm geglaubt haben, die mit ihm glauben und die nach ihm glauben werden. Diese Gemeinschaft ist für mich die Kirche. Meine zweite Glücksformel. Denn in dieser Gemeinschaft zählt nicht die Leistung, nicht das Aussehen, nicht die Kompetenzen. In dieser Gemeinschaft muss ich nicht perfekt sein, sondern ich darf mich fallen lassen. Diese Gemeinschaft trägt, weil sie von Gott getragen ist. In ihr kann ich die Liebe Gottes finden und erleben.

 

Und wer selbst bekommt, kann auch weitergeben. Liebe erreicht nicht schon dann ihr Ziel, wenn sie ankommt. Sondern wenn sie weiterfließt. Jesus sagt dazu kurz und prägnant: „Geben ist seliger als Nehmen.“ Meine dritte Glücksformel.

 

Dieser Impuls irritiert, wenn sich alles um Profit, Reichtum und Geld dreht. Doch wer gibt, lebt glücklicher. Gott ist so einer, der gibt, der beschenkt. Mit Zeit, Fähigkeiten und Möglichkeiten. Wer davon abgibt, teilt Gottes Liebe.

Was mich glücklich macht? Geld, Abenteuer, Selbstverwirklichung, das gehört zu meinem Leben dazu. Das kann ich genießen. Doch zum Glück gehört auch der Glaube. Geliebt wie ich bin. In Gemeinschaft geborgen. Mit anderen geteilt.

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