Ein Stern leitet die Heiligen Drei Könige auf ihrem Weg zur Krippe. Aber wie kamen sie wieder nach Hause? Diese Geschichte hat eine zeitlose Botschaft.
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Die Geschichte mit den Heiligen Drei Königen geht weiter. In der Kathedrale von Autun in Burgund ist der Fortgang in einer Steinkunst festgehalten. Vor 800 Jahren entstand ein romanisches Kapitell als oberer Abschluss einer der vielen Säulen. Darauf sind der Engel Gabriel und die Heiligen Drei Könige zu sehen.
Über ihnen schwebt der Stern, der den Weg zeigt. Energisch weist der Engel mit ausgestrecktem Zeigefinger der linken Hand auf den Stern. Mit dem Zeigefinder der rechten berührt er zart, ganz zart den Ringfinger eines der Könige. Es geht um das Erwachen aus der Dunkelheit und um den Aufbruch in das Licht.
Doch der Reihe nach. Nachdem sie dem Stern gefolgt sind, ihre Geschenke abgegeben und vor dem Jesuskind in der Krippe demutsvoll die Knie gebeugt haben, beginnt der Rückweg der Weisen aus dem Morgenland. Die Bibel widmet ihnen eine besondere Begebenheit. Eigentlich wollten sie von Bethlehem aus nach Jerusalem ziehen, um den König Herodes über die Geburt des Kindes zu informieren – so war es besprochen.
Damit hätten sie aber, ohne es zu wissen, Jesus dem Tode ausgeliefert, denn Herodes schmiedete heimlich Mordpläne. Er fürchtete die Konkurrenz eines wundersam neu geborenen Königs. Daher, so steht es im Matthäusevangelium, warnt Gott die Weisen im Traum. Sie ändern die Route ihres Heimwegs. Herodes wartet vergeblich auf ihre Informationen. Das verschafft den Eltern Josef und Maria die nötige Zeit, ihr Kind Jesus in die Fremde und damit in Sicherheit zu bringen.
Das Relief im französischen Autun zeigt den Moment, als der Engel einen der Könige aufweckt. Bemerkenswert vielleicht, dass die drei Majestäten sich eine Decke teilen. Kunstvolle Ornamente befinden sich auf der Decke, sie fällt in Wellen – großartig, was die mittelalterlichen Steinmetze draufhatten!
Zwei Könige schlafen. Der oberste aber, den der Engel anrührt, öffnet die Augen. Er versteht, sie sollen sofort aufbrechen und wieder dem Stern folgen. Auch auf dem Rückweg wird er sie führen. Stern des Heils. Stern des Lebens.
Ich sehe in der alten Kunst eine zeitlose Botschaft: Unsere Seele kann von dem ausgestreckten Finger eines Engels berührt werden. Manche haben das erlebt. Und dass das Ohr des Herzens die Stimme des Engels hört: Wach auf, steh auf! Schau auf das Licht. Lass dir den Weg zeigen, vom Stern, ins Licht hinein.
Es gilt das gesprochene Wort.
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