Morgen haben sie ihren Auftritt: die Drei Könige. Der 6. Januar ist ihr Tag. Sie kommen aus der Ferne ins kleine Bethlehem und erkennen an dem Jesuskind in der Krippe: Es ist unter einem besonderen Stern geboren.
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Noch steht die Weihnachtskrippe im Wohnzimmer, aber die Zeichen stehen auf Abschied. Morgen am 6. Januar werden die drei Könige ihr Ziel erreichen. Und übermorgen geht es zurück in die große Kiste mit den Krippenutensilien, bis zum nächsten Weihnachtsfest.
Ich habe die Krippe von meinen Eltern geerbt. Die Dreikönigsfiguren haben prachtvolle Mäntel. Die haben mich schon als Kind fasziniert. Und bereits damals hatten sie Gebrauchsspuren, denn da waren sie auch schon alt gewesen. Die Figuren tragen lange Gewänder, aus feinem Brokatstoff. Ich streiche noch immer gern darüber, ein festes Gewebe und zugleich angenehm weich, mit kunstvollem Muster und einem edlen Abschluss mit einer Borte.
Die Könige können stehen oder reiten, auf Kamelen, deren Beine im Laufe der Jahrzehnte schon öfter gerichtet werden mussten. Sitzt der König auf dem stolzen Tier, schleift der Mantel nicht auf dem Boden. Ein erhabenes Bild.
In der Szenerie einer Weihnachtskrippe hat also auch royaler Glanz Platz, aus gutem Grund. Die Herrscher dieser Welt werden aufmerksam auf das Wunder von Bethlehem. Könige beugen die Knie. Wer das sieht, versteht sofort: Das Neugeborene trägt selbst Königliches in sich.
Was so privat aussieht, ein Besuch bei einer jungen Familie, wird zum Weltereignis. Dafür stehen die drei Könige mit ihren Brokatmänteln und goldenen Borten. In Jerusalem, der Hauptstadt, wälzt sich König Herodes unruhig im Bett hin und her. Er hat gehört: Es soll ein neuer König geboren worden sein. Er zittert um seine Macht. Währenddessen im kleinen Bethlehem erkennen die drei weitgereisten Majestäten an dem Kind in der Krippe: Es ist unter einem besonderen Stern geboren. Seine Macht ist nicht von dieser Welt. Dazu braucht es nicht viele Worte. Die Geste sagt viel mehr. Da knien die Hirten und die Könige nebeneinander vor einem Kind.
Übermorgen lege ich die Krippenfiguren wieder zurück, streiche die Gewänder glatt, prüfe die fragilen Beine der Kamele. Seit Generationen schon tragen diese Figuren die Weihnachtsgeschichte ins Wohnzimmer. Das Figurenensemble steht für Engelsglanz und Hirtenfreude, für zarte Macht und Königsdemut. Die Welt zu Gast im Stall. Damit alle sich mitfreuen an dem Kind. Krippenfiguren weltweit, in Kirchen, Wohnzimmern, auf Weihnachtsmärkten, in Schulen und Krankenhäusern.
Die Figuren werden eingepackt. Das Licht von Weihnachten bleibt.
Es gilt das gesprochene Wort.
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