Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel geht blutig aus. Das ist so brutal, wie das Schicksal vieler damals war und heute ist.
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Aber nach ihrem Engels-Traum zogen die Magier an Jerusalem vorbei und ließen den blutrünstigen König eine Weile in Unklarheit. Es galt, Zeit zu gewinnen, damit Josef und Maria mit dem Jesuskind fliehen konnten.
Die Heilige Familie ereilte das Flüchtlingsschicksal wie Abertausende damals und Millionen heute. Sie retteten das eigene Leben und das, was sie am Leib trugen und in den Taschen hatten. Wann sie zurückkommen würden und ob überhaupt, das war völlig ungewiss.
Die Fluchtursache sollte sich als äußerst begründet erweisen. Herodes begriff nach Tagen, dass die Sterndeuter wohl nicht zu ihm zurückkehren würden. Er steigerte sich in eine wilde Mordlust. In der Bibel, im Matthäusevangelium steht: Herodes ließ im Umkreis der Stadt Bethlehem alle Neugeborenen töten. Der neugeborene König würde wohl auch dabei sein.
Um die eigene Macht zu erhalten, befiehlt Herodes unmenschliche Verbrechen. Die Klage der verzweifelten Eltern schreit zum Himmel. Der Wink des Engels im Traum der Weisen rettet Jesus vor dem Zugriff des Tyrannen. In Ägypten kann Jesu Familie unterkommen. Sie kehrt erst viel später zurück, als Herodes längst gestorben war.
Dass Jesus selbst ein Flüchtlingskind war, prägt meinen Blick auf die Weihnachtsgeschichte. Wie viel Härte lag auf diesem kleinen Leben. Von Anfang an: bedroht, verloren, entwurzelt, fremd. Das ist bitter. Das ist zugleich von tiefer Bedeutung für meinen Glauben.
Ein Flüchtlingscamp ist niemals ein gottloser Ort, auch weil Gottes Sohn da schon war, weil Jesus selbst das Leid miterlitten hat. Der erwachsene Jesus war daher in jeder Begegnung offen und bereit für seine Nächsten.
Ich bin Gott lob nicht auf der Flucht. Aber die Geschichte von Jesus, dem Sohn Gottes rührt mich für mich selbst. Wenn ich mich verloren und einsam fühle oder todtraurig, dann bleibe ich doch immer im Kontakt mit diesem Gott. Gott kennt das genauso. Er kennt Not und Kreuz.
Dass Jesus selbst ein Flüchtlingskind war, ist wichtig. Flüchtlingskinder sollen sich sicher und gut aufgehoben fühlen, überall und auch in meinem Land.
Es gilt das gesprochene Wort.
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