Ein Geschenk, das Arbeit macht

Wort zum Tage

Gemeinfrei via unsplash/ Alexander Grey

Ein Geschenk, das Arbeit macht
von Pröpstin Christina-Maria Bammel
28.05.2024 - 06:20
17.03.2024
Pröpstin Christina-Maria Bammel
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Talente fallen nicht einfach vom Himmel. Damit sie sich entfalten können, gehört auch Fleiß und Wille dazu. Die Bibel erzählt von Talenten. Da ist mehr das Vermögen gemeint, mit dem bezahlen kann. Ich meine die Talente, die uns anvertraut sind, um damit auf gute Weise umzugehen. Ich glaube, es gibt mindestens so viele verschiedene Talente, wie es Menschen auf dieser Erde gibt. Und damit meine ich nicht nur die großen dollen Künste, die auf den Bühnen dieser Welt gezeigt werden.

Womit wir begabt sind und woraus wir auf ganz unterschiedliche Weise schöpfen und schöpferisch werden, das ist nicht nur was für die showreifen Momente. Es gibt noch ganz andere Gelegenheiten, verschieden begabte Menschen ins Licht zu heben. Ihre Talente und ihre Wunden und wie sie damit umgehen. Und auch, um sich selbst zu zeigen: Schaut her. Das bin ich, womit Gott mich ausgestattet hat. Ich verstecke das, was mich ausmacht, nicht mehr länger.

„This is me!“ Das bin ich. So singt das die Schauspielerin und Sängerin Keala Settle in dem Film „The Greatest Showman“. Settle singt nicht nur für sich, sondern für alle, die in den Schatten gedrängt werden, weil sie nicht in angebliche Normen passen, weil sie von dem einen angeblich zu viel, vom anderen zu wenig haben. Schluss damit!  „For we are glorious“. Denn wir sind wunderbar, wie wir sind. Bunt und vielfältig wie unsere Talente.

Heute ist der Tag der Vielfalt. Einige Unternehmen haben deswegen besondere Aktionen geplant, um darauf aufmerksam zu machen. Mehrere tausend Organisationen haben hierzulande erklärt, was sie angehen werden, um gleich gute Chancen für alle Menschen zu schaffen, unabhängig davon, woher sie kommen, welchen Glauben sie mitbringen; unabhängig davon, was sie möglicherweise beeinträchtigt, körperlich, seelisch oder geistig. Unabhängig davon, welcher sexuellen Orientierung sie sind.

Gar nicht so leicht. Das fängt nämlich damit an, Vorurteile zu hinterfragen und am besten aufzugeben. Solche Initiativen bekommen auch Kritik: Wie können denn aus schönen Worten auch Taten und messbare Erfolge werden? Geht ja nicht um ein gutes Image, sondern um das, was in Wirklichkeit viel Arbeit macht.

Ich denke daran, wie schwer es beispielsweise ist, die Hürde unserer Sprache zu überwinden. Worte und Sätze können Menschen im Büro, Verein oder auch im Gottesdienst ausschließen. Es ist nicht für alle Menschen gleich leicht zu lesen oder zu schreiben. Es braucht da gemeinsamen Willen und es hilft auch Geschick. Dann kann gegenseitiges Verstehen leichter werden. Menschen haben ein Recht darauf. Vielfalt ist ein Geschenk des Himmels. Packen wir dieses Geschenk gemeinsam aus und setzen es ein.

Es gilt das gesprochene Wort.

17.03.2024
Pröpstin Christina-Maria Bammel