Gott – nicht Gott von Toten

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Von jeher war die Auferstehung umstritten. Nicht erst in unseren Tagen gibt es der Auferstehung gegenüber viel Ratlosigkeit und Kopfschütteln. Häufig wird gesagt: Ja, an Gott glaube ich wohl. Daran halte ich fest. Aber die Auferstehung, die begreife ich nicht. Damit kann ich nichts anfangen.

Ähnlich haben die Sadduzäer gedacht, die in Jerusalem um die Zeitenwende für den Tempeldienst verantwortlich waren. Sie kamen einmal zu Jesus, um die Auferstehung ad absurdum zu führen. (Matthäus 22,23-33) Wie Jesus dann die Auferstehung ihren Verächtern und Leugnern gegenüber begründet, ist bemerkenswert. Er macht es nicht so, dass er die Auferstehung einfach behauptet und sagt, das müsst ihr eben glauben. Auch ist er weit davon entfernt, irgendwelche „Katechismuswahrheiten“ zu zitieren. Nein, er fasst die Sadduzäer bei dem, was ihnen erklärtermaßen hoch und heilig und alleinige Autorität ist – beim Wort der Tora, der fünf Bücher Mose. Eben da steht etwas, was die Toten betrifft, dass sie auferweckt werden:

Als Gott Mose beauftragt, das Volk Israel aus dem Sklavenhaus Ägypten herauszuführen und Mose (darüber zutiefst erschrocken) fragt: Wer bist Du? antwortet Gott: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Das ist mein Name auf ewig.“ (2.Mose 3,15) Eine merkwürdige Antwort. Wie will Jesus damit die Auferstehung von den Toten begründen?

 

Nun, Jesus weist seine Kritiker darauf hin, dass Gott sich nicht als Gott von Menschen vorstellt, die jetzt da sind und leben, sondern die längst tot sind. Seit Jahrhunderten schon. Denn nicht erst zu Jesu Zeiten, schon zu Moses Zeit waren Abraham, Isaak und Jakob tot. So ist Gott also ein Gott von Toten? Meint ihr das? Nein, sagt Jesus. Gott ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden.

 

Mögen Abraham, Isaak, Jakob für uns Menschen tot sein. Für Gott sind sie es nicht. Für ihn leben sie alle. Denn für Gott ist die Vergangenheit nicht vergangen und die Zukunft nicht zukünftig, sondern Gegenwart. Alles ist für Gott ein ewiges Heute und Hier und Jetzt. Nicht zufällig heißt es in der Bibel, „dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag“ (2.Petrus 3,8). Alles Vergangene und Zukünftige ist vor Gott gegenwärtig. Wo Gott ist, ist Heute. Weil das so ist, leben (nicht für uns Menschen, wohl aber für Gott) die Toten. Und eben darum kann Gott kein Gott von Toten sein, sondern nur von Lebenden.

 

Jesus versteht die Auferstehung ganz aus Gott heraus. Wer „Gott“ sagt, sagt zugleich „Auferstehung“. Und wer auf den lebendigen Gott vertraut, wird nicht ohne Hoffnung auf ein Auferstehungsleben sein.

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