Gemeinfrei via Fundus/ Jürgen Treiber
Morgenstimmung
Der Moment für mich vor dem Aufbruch in den Tag
22.06.2026 06:20

Früh aufwachen im Sommer hat was: Es wird früh hell. Man hat die Zeit zwischen Morgendämmerung und Tagesanbruch für sich und für ein Morgengebet.

Sendetext:

Morgenstunde. Die Dämmerung kündigt den neuen Tag an. Durch das offene Fenster höre ich die Vögel singen. Hier auf dem Land klingt ihr Gesang wie ein Naturkonzert. Ich wache auf aus einem erholsamen Schlaf. In diesem Moment zwischen Traum und Wachsein habe ich eine Melodie im Kopf. Ein Lob- und Vertrauenslied: "Goodness of God". Gottes Güte. Gesungen habe ich es noch nie, gehört schon einige Male. Jetzt begleitet es mich wie ein Motto in den Tag: "Mein ganzes Leben lang warst du treu, Gott, mein ganzes Leben lang warst du gut zu mir. Mit jedem Atemzug will ich von der Güte Gottes singen."

Ich setze mich mit meiner großen Tasse Milchkaffee im Schlafanzug auf die Terrasse. Weil ich so früh aufgewacht bin, habe ich heute Zeit, bevor ich in den Tag starte. Die Kühle des Morgens prickelt auf meiner Haut. Ich atme tief die frische Luft ein. Prachtvoll weiß blüht der Jasminstrauch und umhüllt mich mit seinem Duft. Die Sonne geht auf. Ihr Licht lässt die Farben leuchten. Auf den Blumen glitzern die Tropfen vom Regenguss in der Nacht. Die Sonnenstrahlen streicheln warm meine Haut. Wohlig seufze ich und spüre den Boden unter meinen Füßen. Das Lied klingt wieder mit leiser Stimme in mir: "Ich will von der Güte Gottes singen." Ein neuer Tag. Gott schenkt ihn mir.

Dankbarkeit erfüllt mich. So, wie es gerade in meinem Leben ist, ist es gut. Ich bin altersentsprechend gesund, habe ein schönes Zuhause, Menschen, die ich lieben darf und die mich lieben, einen Beruf, der mich erfüllt. Selbstverständlich ist das nicht. Wie anders das sein kann, weiß ich aus Erfahrung. Krankheit, existentielle Ängste, Einsamkeit und Krisenzeiten, in denen ich nicht wusste, wie es weitergeht, auch das gab es in meinem Leben. Dann fügten sich die Dinge, öffneten sich ungeahnte Wege, gab es neue Perspektiven. Heilwerden wurde möglich, Misserfolge schmerzten irgendwann nicht mehr so sehr, ich durfte aus Fehlern lernen, Vergebung erfahren und auch befreiende Abschiede erleben. Jetzt und hier ist es gut so, wie es ist. In allem Hellen und allem Dunklen, das meinen Lebensweg bis hierher geprägt hat, kann ich die Spur des Segens sehen, mit dem Gott mich durch dieses bunte Lebenswirrwarr begleitet hat. Ich habe die Güte Gottes erlebt.

Die ersten Autos in der Nachbarschaft fahren los. Jetzt ist es auch für mich Zeit. Ich gehe in den neuen Tag mit dem Vertrauen: Gott begleitet mich auch heute.

Es gilt das gesprochene Wort.

Feedback zur Sendung? Hier geht's zur Umfrage!