Malala-Day

Wort zum Tage

Gemeinfrei via wiki commons/ Simon Davis

Malala-Day
mit Ulrike Greim
12.07.2022 - 06:20
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Es war der 12. Juli 2013, ihr 16. Geburtstag. Da steht sie vor der Jugendversammlung der Vereinten Nationen. Es ist ihr erster großer öffentlicher Auftritt nach dem Attentat. Malalas linkes Auge hängt noch ein wenig, aber sonst sieht man ihr nichts mehr an. Etliche Operationen hatte sie über sich ergehen lassen müssen, um wieder so hergestellt werden zu können. Mutig und stark steht sie da, klar und kraftvoll. „Zuerst danke ich Gott, vor dem wir alle gleich sind. Und ich danke allen, die für mich gebetet haben.“ Malala Yousafzai war als Schülerin bereits eine Bloggerin für die BBC. Unter einem Pseudonym hat sie erzählt, wie es ist, als Mädchen in Pakistan. Wie schwer es ihr gemacht wird, zu lernen. Eines Tages kommen Taliban maskiert in ihren Schulbus. Sie suchen gezielt sie. Und schießen.

 

„Liebe Schwestern und Brüder, ich bin nicht gegen jemanden. Ich stehe hier nicht für Revanche gegen die Taliban oder irgendjemand anderen,“ sagt sie vor der UN. „Ich stehe hier, um für das Recht auf Bildung für jedes Kind zu sprechen. Ich will Bildung auch für die Söhne und Töchter der Taliban. Ich hasse nicht einmal den Talib, der auf mich geschossen hat. Selbst wenn ich ein Gewehr in meiner Hand hätte und er würde direkt vor mir stehen, ich würde ihn nicht erschießen.“

Malala – eine Prophetin der Versöhnung. Zeichen, die wir gerade brauchen. Dass jemand seine Wurzeln stark macht. Sie sagt: „Das ist die Lektion, die ich von Mohammed, dem Propheten der Gnade gelernt habe, von Jesus Christus, von Lord Buddha. Das ist das Vermächtnis des Wandels, das ich geerbt habe von Martin Luther King, Nelson Mandela und Muhammad Ali Jinnah. Das ist die Lektion der Gewaltlosigkeit, die ich von Gandhi ji gelernt habe, von Bacha Khan und Mutter Theresa. Und das ist die Vergebung, die ich gelernt habe von meinem Vater und meiner Mutter.“

Heute wird Malala 25 Jahre alt. Sie hat geheiratet und lebt mit ihrem Mann in Birmingham. Viele Preise hat sie bekommen, den Friedensnobelpreis allen voran. Gott schickt Prophetinnen. Das ist gut, zu wissen.

 

Malala engagiert sich unvermindert für das Recht auf Bildung. Wo sie nur kann, bittet sie Regierende, dahinein zu investieren statt in Rüstung. Zitat aus der Nobelpreis-Rede: „Wieso ist es so leicht, Waffen zu geben, aber so schwierig, Bücher zu geben? Wieso ist es so einfach, Panzer zu bauen, aber so schwierig, Schulen zu errichten?“

Gottes Schutz und Segen für Malala. Und Happy Birthday!

 

Es gilt das gesprochene Wort.